Trotz schlechtem Börsenjahr haben sich Fonds gut entwickelt. / Foto: Pixabay

15.02.19 Fonds / ETF

Jede Menge Kohle: Das schlechte Börsenjahr 2018 war ein gutes Jahr für Fonds

„Die Fondsbranche hat sich 2018 trotz des schwachen Börsenjahres gut entwickelt. Investmentfonds flossen netto 119 Milliarden Euro zu. Abgesehen von den beiden Rekordjahren 2015 und 2017 bewegt sich das Neugeschäft auf dem Niveau der Vorjahre“, sagte Tobias C. Pross, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, auf der Jahrespressekonferenz.

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Beim verwalteten Vermögen liege die Branche mit knapp 3 Billionen Euro weiterhin auf Rekordniveau. Davon entfallen 1,6 Billionen Euro auf Spezialfonds, 974 Milliarden Euro auf Publikumsfonds, 352 Milliarden Euro auf freie Mandate und 9 Milliarden Euro auf geschlossene Fonds. Seit Ende 2008 habe sich das verwaltete Gesamtvermögen fast verdoppelt, so der BVI. Er erfasst nicht die Zahlen für nachhaltige Fonds, die bisher nur einen kleinen Anteil am gesamten Fondsvolumen haben.

Offene Publikumsfonds sammeln 21 Milliarden ein

Bei den offenen Investmentfonds sind Spezialfonds unverändert die stabile Stütze beim Absatz. Sie verzeichneten 2018 Zuflüsse von 94,7 Milliarden Euro. Das ist ihr drittbestes Absatzjahr. Nachdem die Publikumsfonds traditionell mit einem starken ersten Quartal (12,4 Milliarden Euro Zuflüsse) gestartet sind, dämpften die unruhigen Börsen weitere Zuflüsse, insbesondere in Aktienfonds, so der BVI. Mischfonds und Immobilienfonds hingegen behaupteten sich letztes Jahr gut und erzielten ein Neugeschäft auf dem Niveau von 2017. Unter dem Strich sammelten offene Publikumsfonds 21,8 Milliarden Euro neue Gelder ein.

Mischfonds wieder ganz vorne

Mischfonds führen die Absatzliste der offenen Publikumsfonds das sechste Jahr in Folge an. Sie sammelten 2018 netto 21,6 Milliarden Euro ein. Wie im Vorjahr standen bei den Anlegern Produkte, die zu gleichen Teilen in Aktien und Anleihen anlegen, mit 15,8 Milliarden Euro im Mittelpunkt. 6,4 Milliarden Euro investierten Anleger in offene Immobilienfonds. Aktienfonds verzeichneten Nettozuflüsse von lediglich 0,7 Milliarden Euro. Dazu steuerten Aktien-ETFs 1,3 Milliarden Euro bei. Diese hatten 2017 noch 14 Milliarden Euro aufgrund der positiven Börsenentwicklung eingesammelt. Rentenfonds mussten 2018 Abflüsse von 5,7 Milliarden Euro hinnehmen, nachdem ihnen 2017 rund 21 Milliarden Euro zugeflossen waren. In beiden Jahren prägten insbesondere für institutionelle Anleger aufgelegte Euro-Rentenfonds, die in kurzlaufende Anleihen investieren, das Neugeschäft.

Altersvorsorge wichtiger Faktor

2018 investierten alle institutionellen Investorengruppen neue Gelder in Spezialfonds. „Die Altersvorsorge ist der wichtigste Faktor im Neugeschäft. Versorgungswerke und Pensionskassen vertrauten den Fonds netto 37,4 Milliarden Euro neue Mittel an. Das sind 40 Prozent des Neugeschäfts“, sagt Pross. Sie führen seit 2016 die Absatzliste an. Das Fondsvermögen für Altersvorsorgeeinrichtungen ist seit Ende 2016 von 326 Milliarden Euro auf 466 Milliarden Euro gestiegen. Ihr Anteil am Spezialfondsvermögen ist damit von 22 Prozent auf 29 Prozent geklettert. Versicherungsgesellschaften sind mit 545 Milliarden Euro weiterhin die volumengrößte Anlegergruppe. Ihr Anteil beträgt 34 Prozent des Spezialfondsvermögens.

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