Mit solchen Drahtsägen von Meyer Burger können Solarhersteller Wafer aus Solaringots schneiden. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Kann der Solarausrüster Meyer Burger auf Geldregen hoffen?

Die Übernahme der deutschen Roth & Rau AG aus Hohenstein-Ettal hat dem Solarausrüster Meyer Burger aus der Schweiz viel Geld gekostet. Doch rund drei Jahre nach deren Einleitung hat er nun Aussicht, zumindesten einen Teil des dreistelligen Millionenbetrags zurück zu erhalten, den er bislang in diese Erweiterung des Konzerns investiert hat.

Die Schweizer hatten 2011 die deutsche Konkurrentin im Rahmen einer freundlichen Übernahme geschluckt und von der Börse genommen. Doch unmittelbar vor dem Übernahmeangebot war der Aktienkurs stark angestiegen, und dass, obwohl deren Geschäfte äußerst schlecht liefen. Das führte dazu, dass Meyer Burger insgesamt rund 350 Millionen Schweizer Franken (CHF) aufwenden musste, um die Deutschen zu übernehmen. Später musste der Solarausrüster für die erforderliche Konsolidierung von Roth & Rau rund 100 Millionen CHF an Abschreibungen vornehmen. Und auch der Konzern selbst geriet in eine Krise, weil weltweit Solarhersteller unter enormen Überkapazitäten im Markt litten und kaum noch in ihre Produktion investierten. Dieser Nachfrageeinbruch drückte auch die Schweizer tief in die roten Zahlen. Erst in der vergangenen Woche hatte Meyer Burger für 2013 hohe Verluste gemeldet und angekündigt, wohl frühestens in 2015 wieder profitabler wirtschaften zu können (wir haben darüber  berichtet).

Nun aber ermittelt die Stuttgarter Staatsanwaltschaft Medienberichten zufolge gegen einen Vermögensverwalter der Schweizer Großbank Credit Suisse. Dieser war damals als Berater in die Übernahme von Roth & Rau durch Meyer Burger eingebunden und deren Investmentbanker hätten aufgrund ihres Insider-Wissens keine Börsengeschäfte mit Aktien von Roth & Rau tätigen dürfen. Doch nun steht ein Mitarbeiter der Credit Suisse unter dem Verdacht, duch solch einen Insiderhandel den Aktienkurs der Roth & Rau AG nach oben getrieben zu haben. Der Mitarbeiter der Credit Suisse ist laut den Berichten bereits von seinem Arbeitgeber freigestellt worden. Meyer Burger könne nun auf Schadensersatz hoffen, auch weil Investmentbanker und Vermögensverwalter der Credit Suisse in Frankfurt im gleichen Gebäude untergebracht sind und daher Insiderinformationen leicht weitergereicht werden konnten. Der in Zürich erscheinende „Tagesanzeiger“ zitiert einen „ranghohen Manager“, laut dem Meyer Burger auf einen Schadensersatz von über 100 Millionen Franken hoffen kann. Der Solarausrüster hat dazu lediglich erklärt, dass er die Ergebnisse der Untersuchung abwarten wolle.

Meyer Burger Technology AG: ISIN CH0108503795 / WKN A0YJZX
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