Die Konzernzentrale der Wacker Chemie AG in München. Der Hersteller von Solarsilizium hat die Gewinnprognose angehoben. / Foto: Unternehmen

28.04.16 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Kann die Solaraktie Wacker Chemie AG weiter zulegen?

Die Wacker Chemie AG hat Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht und die Prognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Damit löste der Solarzulieferer einen Kurssprung seiner Aktie aus. Dies obwohl das Unternehmen zugleich einen deutlichen Gewinneinbruch im ersten Quartal einräumen musste. Ein Analyst beleuchtet das weitere Kurspotential der Solaraktie.

Wie die Wacker Chemie AG bekannt gab, verringerte sich der Quartalsumsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 1,5 Prozent auf 1,314 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel um 14,3 Prozent auf 267,1 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hat sich von 126,3 Millionen auf 58,9 Millionen Euro mehr als halbiert, die EBIT-Marge sackte entsprechend von 9,5 auf 4,5 Prozent. Das Ergebnis je Aktie brach um 1,42 Euro auf 0,41 Euro ein.

Der Vorstand der Wacker Chemie AG erklärte das schwache Quartalsergebnis vor allem mit den Anlaufkosten für die neue US-Produktionsstätte in Charleston, Tennessee, und gesunkenen Preisen für Solarsilizium und Halbleiterwafer. Der Konzern aus München ist einer der weltweit größten Hersteller von Solarsilizium, dem wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Solarzellen. Mit einem Gesamtvolumen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar ist die neue Solarsiliziumfabrik in den USA die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens. Sie soll im Jahresverlauf eine volle Kapazität von mehr als 20.000 Jahrestonnen erreichen.

Vorstand rechnet mit deutlich besserem Ergebnis in 2016

Der Wacker-Vorstand wies darauf hin, dass sich die Marktpreise für Solarsilizium seit Mitte Februar kontinuierlich erholen. Er erhöhte daher trotz der schwachen Quartalsbilanz die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2016. Bislang war er von einem leichten Anstieg des bereinigten EBITDA gegenüber dem Vorjahr ausgegangen. Nun stellte er eine Verbesserung um 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr in Aussicht. Beim Konzernumsatz rechnet er weiterhin mit einem Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Analyst sieht kaum noch Kurspotential

Die der Wacker Chemie AG verteuerte sich heute im Xetra bis 12 Uhr um 3,4 Prozent auf 82,7 Euro. Damit notiert sie noch knapp 30 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Bernhard Weininger von  der WGZ Bank rechnet dennoch vorerst nicht mit starken Kurszuwächsen der Solaraktie. Er rät lediglich dazu, die Beteilgung zu halten. Als Kursziel für die kommenden zwölf Monate nennt er 85 Euro. Der Analyst der WGZ Bank sieht die Wacker Chemie AG in einem „weiterhin schwierigen Marktumfeld“. Weininger geht davon aus, dass sich das Ergebnis je Aktie des Solarzulieferers in 2016 deutlich verringern wird, von 4,97 Euro auf 2,57 Euro. Erst für 2017 sagt er wieder eine Verbesserung auf 4,38 Euro Gewinn je Aktie voraus.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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