Der Verein der Ordensgemeinschaft betreibt mehrere Unterkünfte für Odachlose. Im Bild zwei Wohnungslose. / Quelle: Stockvault

  Anleihen / AIF

Katholischer Orden von Infinus-Skandal betroffen

Der Skandal um die insolvente Infinus-Gruppe ist um eine Facette reicher: Offenbar zählte eine katholische Ordensgemeinschaft zu den größten Gläubigern der Infinus-Muttergesellschaft Future Business. Das geht aus übereinstimmenden  Medienberichten hervor.  Laut der Sächsischen Zeitung hat der katholische Orden „Armen-Brüder des heiligen Franziskus“  knapp zehn Millionen Euro in die  Infinus-Anleihen investiert.  Der in Düsseldorf ansässige Orden, der zum Erzbistum Köln gehört, engagiert sich über einen Verein vor allem in der Obdachlosenhilfe.

Möglicher Verlust hat „keinen Einfluss“ auf Odachlosenhilfe

Geschäftsführer dieses Vereins ist Heinz-Theo Wollschläger. Der wollte das Investment zunächst gegenüber der Sächsischen Zeitung weder bestätigen noch dementieren. Stattdessen verwies er auf die laufenden Ermittlungen im Fall Infinus. Auch dazu, wer dem Orden die Anleihen vermittelt hat, machte Wollschläger keine Angaben. Allerdings habe der mögliche Verlust des Investments „keinen Einfluss auf unsere normale Geschäftstätigkeit“, so Wollschläger gegenüber der Sächsischen Zeitung. Laut der Vereinshomepage der Armen-Brüder des heiligen Franziskus betreibt die Organisation verschiedene Obdachlosen-Unterkünfte mit derzeit zusammen 378 Plätzen.

Dass die Armen-Brüder des heiligen Franziskus tatsächlich bei Infinus investiert sind, bestätigte  Wollschläger gegenüber der Bild-Zeitung. Der katholische Orden habe bereits seit 2006 „immer mal wieder größere oder kleinere Summen“ bei Infinus angelegt. Dabei handele es sich um „Rücklagen“  für die Sanierung von Altersheimen, schreibt die Bild-Zeitung.


Die Staatanwaltschaft Dresden ermittelt derzeit gegen zehn Personen aus der Führung der Infinus-Gruppe und deren Umfeld wegen mutmaßlichen Anlagebetrugs. In den Prospekten zu den Anleihen, bei denen Future Business als Emittentin fungiert, sollen falsche Angaben zur Finanzlage des Unternehmens gemacht worden sein. Zudem soll für den Vertrieb der Anleihen ein Kreislaufsystem mit Provisionen aufgebaut worden sein. Nach Schätzung der Staatsanwaltschaft Dresden sind 40.000 Anleger von der Infinus-Pleite betroffen,  die zusammen 400 Millionen in die besagten Papiere investiert haben sollen. Die Forderungen, die in der Insolvenztabelle eingetragen worden sind, sollen sich auf knapp eine Milliarde Euro belaufen.

Evangelische Institution macht ebenfalls Schlagzeilen wegen Geldanlagen


Erst kürzlich war auch eine Institution der evangelischen Kirche wegen Fehlspekulationen in die Schlagzeilen geraten. Mehr dazu lesen Sie  hier.
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