Emissionsarme Raffinerie: Weil die EU-Staaten den Emissionshandel mit kostenlosen Emissionsrechten überschwemmen, hat er bislang nur wenig zum Klimaschutz beigetragen. / Quelle: Fotolia

22.10.13 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Kaufempfehlung für Aktie der Advantag AG

Nachdem die Preise im EU-Emissionshandel im Frühjahr auf ein Rekordtief gerutscht waren, konnten sie sich in den letzten Monaten leicht erholen. Seit einem Tief im April hat sich der Preis für das Recht zur Emission einer Tonne CO2 seither verdoppelt, liegt aber mit rund sechs Euro immer noch weit unter dem Niveau von 20 bis 30 Euro, ab dem es sich rechnen würde, verstärkt in Klimaschutztechnologie zu investieren anstatt Emissionsrechte einzukaufen.
Für die letzte Preiserholung hatte zum einen der Beschluss des Europaparlaments vom Juli gesorgt. Es hatte dem Vorschlag der EU-Kommission eines so genannten Backloadings zugestimmt. Demnach soll die Versteigerung von 900 Millionen Emissionszertifikaten später erfolgen als geplant, um so das derzeitige Überangebot an Emissionsrechten zu verringern. Dieses hatte die Preise für Emissionszertifikate abstürzen lassen.

Zum anderen hat die EU-Kommission im September die maximale Zuteilungsmenge an kostenlosen Emissionszertifikaten für die Industrie bekanntgegeben. Demnach werden 43 Prozent der insgesamt in der dritten Phase gehandelten Menge der Industrie frei zugeteilt. Das Volumen dieser Zuteilung von kostenfreien Emissionsrechten war geringer ausgefallen als ursprünglich von den Mitgliedsstaaten gefordert. Und damit verringerte sich der Preisdruck auf Emissionsrechte.

Barbara Lambrecht beobachtet als Analysten für die Commerzbank die Entwicklung im Emissionshandel. „Wir bleiben mittelfristig für die CO2-Preise optimistisch“, stellt sie klar. Die Chancen auf eine kurzfristig starke Preiserholung würden aber dadurch gedämpft, dass die Europäische Investitionsbank EIB angekündigt hat, ab Mitte November über fünf Monate gestreckt 100 Millionen Emissionszertifikate zu verkaufen. Das werde das Angebot im Markt erhöhen. „Im kommenden Jahr sehen wir den CO2-Preis aber auf sieben Euro je Tonne steigen“, so Lambrecht.

Auch der in Wien veröffentlichte Börsenbrief Öko-Invest sagt einen mittelfristigen Anstieg der Preise im Emissionshandel der EU voraus. Nach seiner Einschätzung dürfte davon auch die Advantag AG aus Geldern am Niederrhein profitieren. Das Unternehmen ist als Finanzdienstleister auf den Handel von Emissionsrechten spezialisiert und hat zuletzt Rekordumsätz gemeldet (wir berichteten darüber). Der Öko-Invest empfiehlt die Advantag-Aktie zum Kauf.

Advantag Aktiengesellschaft: ISIN: DE000A1EWVR2 /  WKN: A1EWVR
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