20.06.07 Aktientipps

Kaufempfehlung für Steico AG - Unternehmenssprecher beantwortet Fragen von ECOreporter.de zum Börsengang

Am Freitag endet die Zeichnungsfrist für die jungen Aktien der Steico AG aus dem bayerischen Feldkirchen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb ökologischer Bauprodukte auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Seinen Angaben zufolge liegt ihr Marktanteil im Bereich Holzfaser-Dämmstoffe in Europa bei über 35 Prozent, Steico sei damit führend, das Unternehmen sieht sich als europäischen Marktführer. Die Preisspanne für die angebotenen neuen Aktien liegt bei 14,50 bis 17,50 Euro (Weiteres zu den Bedingungen des Börsengangs erfahren Sie im ECOreporter.de-Beitrag vom 13. Juni). Der Wiener Börsenbrief Öko-Invest rechnet damit, dass der Markt einen Ausgabepreis von 14 bis 16 Euro akzeptieren würde“ und empfiehlt, bestens aus der Emission zu zeichnen. Steico sei „einer der ganz wenigen ‚pure player’ in der Öko-Dämmbranche“ und damit das Interesse von Nachhaltigkeitsfonds an dem Wertpapier voraussichtlich sehr hoch. Die gesamte Produktpalette der Gesellschaft sei durch naturplus bzw. das Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert.

Steico hat die Erstnotiz im Entry Standard für den 25. Juni angekündigt und will an diesem Tag auch den Ausgabepreis bekannt geben. Wie Unternehmenssprecher Schulze gegenüber ECOreporter.de erklärte, wollen die Bayern mit dem eingeworbenen Kapital insbesondere ihre Produktionskapazitäten ausbauen. Steico hatte bereits früher den Gang aufs Börsenparkett erwogen. Warum erfolgt der Schritt jetzt? „Nun stimmt das Umfeld“, erläutert Schulze. Zuvor habe die Unternehmensführung den Börsengang lediglich als strategische Option betrachtet. Laut dem Steico-Vorstandsvorsitzenden Udo Schramek ist die Nachfrage für die ökologischen Bauprodukte des Unternehmens stark gestiegen. Sie werde „getrieben durch den Trend zum ökologischen und energieeffizienten Bauen. Wir sind zuversichtlich, dass diese Entwicklung gerade angesichts steigender Energiepreise anhält“, so Schramek. „Um die Nachfrage auch in Zukunft optimal zu bedienen, müssen wir jetzt in den Ausbau unserer Standorte investieren.“

Steico hatte im Geschäftsjahr 2006 den Umsatz um 23 Prozent auf 86,1 Millionen Euro und das ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 6,6 Millionen Euro auf 9,0 Millionen Euro steigern können. Der Jahresüberschuss kletterte um 30 Prozent auf 4,81 Millionen Euro. Bei der Gewinnmarge wurde ein Wert von 10,46 Prozent erreicht und damit in etwa das Niveau von 2003, als die Marge 10,75 Prozent betrug. 2004 hatte die EBIT-Marge 15,5 Prozent betragen, sie war dann 2005 auf 9,4 Prozent eingebrochen. Der Öko-Invest geht davon aus, dass Steico 2007 den Umsatz um über 35 Prozent und den Gewinn um über 60 Prozent weiter steigern kann

Bei einer vollständigen Platzierung der Emission einschließlich Mehrzuteilungsoption, wäre Steico bei einer Gesamtzahl von rund 12,8 Millionen Aktien mit 185 bis 224 Millionen Euro bewertet, also bis zum 2,6fachen des Vorjahresumsatzes. Damit würde das Emissions-KGV deutlich über einem Wert von 20 liegen. Steico rechtfertigt die ehrgeizige Bewertung mit großem Wachstumspotential. Unternehmenssprecher Schulze verwies gegenüber ECOreporter.de darauf, dass man auch beabsichtige, Firmen zu übernehmen. Konkrete Ziele konnte er jedoch nicht nennen. Er sieht für Steico auch kein Problem in dem Umstand, dass die staatliche Förderung für Hanfdämmstoffprodukte, wie Steico sie herstellt, zum Jahresende 2007 ausläuft. Zum einen steuere diese Sparte eher wenig zum Umsatz bei. Vor allem aber liefen die Geschäfte mit Hanfdämmstoffprodukten auch in anderen Ländern, wo es keine Förderung gebe, sehr gut. Insgesamt sei die Gesellschaft bereits stark international aufgestellt, der Auslandsanteil der Geschäfte von Steico liege über 50 Prozent. Deutschland und Polen seien zwar gegenwärtig die wichtigsten Märkte für das Unternehmen, doch in weiteren europäischen Staaten habe man zuletzt starke Wachstumsraten erreicht.

Auf Nachfrage nahm Schulze auch Stellung dazu, dass Commerzbank und Bayern LB den Börsengang von Steico nicht begleiten. Laut der Nachrichtenagentur ‚Dow Jones Newswires’ hatten sich diese im Februar aufgrund von „unüberbrückbaren juristischen Meinungsverschiedenheiten“ aus dem Konsortium zurückgezogen, das nun von der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG angeführt wird. Der Unternehmenssprecher wies diese Darstellung zurück, sie sei falsch. Die Geschäftsbeziehung sei zum Ende gekommen, weil die bestehenden Verträge ausgelaufen seien. Steico habe eine neue Ausschreibung durchgeführt und dann HSBC den Vorzug gegeben, weil deren Angebot attraktiv gewesen sei.

Steico AG: WKN A0LR93 / ISIN DE000A0LR936

Bildhinweis: Produkte von Steico. / Quelle: Unternehmen
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