Die Phoenix Solar plant und realisiert Photovoltaikanlagen außerhalb Deutschlands. Im Bild: Ein schwimmendes Kraftwerk in Singapur. / Foto: Unternehmen

31.03.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Kaum noch Kapital: Phoenix Solar kämpft mit Substanzverlust

2014 ging schwer an die Substanz der Phoenix Solar AG: Das Unternehmen aus Sulzemoos bestätigte jetzt die bislang nur vorläufige Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr. Die Zahlen sind niederschmetternd.
So brach der Umsatz von Phoenix Solar 2014 im Vergleich zum Vorjahr um den Faktor vier ein. Er fiel auf 33,8 Millionen Euro nach 141,2 Millionen  im Vorjahreszeitraum. Zugleich sackte die Phoenix Solar AG deutlich tiefer in die Verlustzone Der Verlust beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) vervielfachte sich auf 4,6 Millionen Euro nach 1,4 Millionen Euro EBIT-Verlust in 2013. Es habe Verzögerungen bei Auftragseingängen gegeben, hieß es dazu. Der Verlust auf Konzernebene wuchs um 9,6 Prozent auf 10,3 Millionen Euro.  Positiv entwickelte sich hingegen der Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft: er kletterte um 69 Prozent auf 3,9 Millionen Euro.

Was alarmiert: das Eigenkapital des Soalrunternehmens ist weitgehend aufgebraucht. Auf Konzernebene verbuchte Phoenix Solar ein Minus von 1,6 Millionen Euro. Das dies nicht zur Pleite führt, liegt neben dem positiven Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft an der Konstellation des Unternehmens: „Da der Konzern selbst keine rechtlich eigenständige Gesellschaft darstellt, resultieren aus dem negativen Eigenkapital keine Bestandsrisiken für das Unternehmen. Rechtlich relevant ist ausschließlich das Eigenkapital der Phoenix Solar Aktiengesellschaft als der Muttergesellschaft des Phoenix Solar Konzerns“, erklärt der Vorstand. Mit elf Millionen Euro Eigenkapital liege die Quote derzeit bei 20 Prozent - nach 10 Prozent 2013.
USA und der arabische Raum als Hoffnungsträger

Optimismus für die nächste Zukunft zieht die Phoenix Solar AG aus der aktuellen Auftragslage. Zwar lag der Auftragsbestand zum Jahresende 2014 mit 46,2 Millionen Euro knapp 29 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Allerdings sorgten die Verzögerungen für Verschiebungen in das laufende Jahr und so dafür, dass das Neugeschäft für 2015 wieder deutlich besser aussieht: „Zum Zeitpunkt der Feststellung des Konzernabschlusses lag der freie Auftragsbestand rund beim Dreifachen des Konzernumsatzes 2014“, so der Vorstand. Vor diesem Hintergrund gehe die Unternehmensführung  für 2015  mit einem Umsatzwachstum auf 140 Millionen bis 160 Millionen Euro aus. Speziell die USA und die Regionen des arabischen Raums sollen laut dem Vorstandsvorsitzenden Tim P. Ryan zur Wende zum Guten beitragen.

„Was wir vor einem Jahr in Aussicht stellten, das tritt jetzt auch ein - verspätet zwar, aber, wie wir glauben, mit nachhaltiger Perspektive für das laufende und die kommenden Jahre“, so Ryan.  Ob das aktuell sehr positive Geschäftsklima in den USA mittelfristig Bestand hat, ist allerdings fraglich. Denn Ende 2016 läuft dort ein wichtiges Förderprogramm für Bauherren von Ökostromanlagen aus: der so genannte Investment Tax Credit (ITC). Dieses Programm gewährt attraktive Steuervorteile. Ob es über das Jahr 2016 hinaus verlängert wird ist offen. Auch deshalb erlebte der US-Photovoltaikmarkt einen Boom, der unter anderem auch der SolarWorld AG aus Bonn eine deutlich verbesserte Bilanz bescherte (mehr lesen Sie  hier (Link entfernt)).

Die Aktie der Phoenix Solar AG hält sich nach ihrem spektakulären Kurssprung in der vergangenen Woche (mehr lesen Sie  hier) über der Zwei-Euro-Marke. Sie legte heute bis 10:25 Uhr im Xetra der Deutschen Börse 4,8 Prozent an Wert zu und erreichte 2,19 Euro. Damit liegt sie 7,2 Porozent über ihrem Kurs vor einem Monat. Auf Jahressicht ist sie allerdings 41,2 Prozent billiger geworden.

Phoenix Solar AG:ISIN DE000A0BVU93 / WKN A0BVU9
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