Mikrofinanzkunden in Sri Lanka: Mikrofinanzfonds refinanzieren Darlehen an Kleinunternehmer aus armen Weltgegenden, die keinen Zugang zu Kapital haben. Sie erwirtschaften stabile Renditen. Foto: Bank im Bistum Essen

29.03.16 Fonds / ETF

KCD-Mikrofinanzfonds III und IIV Mikrofinanzfonds legen zu

Für die beiden deutschen Mikrofinanzfonds, in die Privatanleger direkt investieren können, geht es weiter aufwärts. Seit Jahresbeginn ist ihr Volumen weiter gestiegen und haben sie 0,4 bzw. 0,5 Prozent an Wert gewonnen.

Der KCD-Mikrofinanzfonds III der Bank im Bistum Essen ist erst seit Ende Januar 2015 auf dem Markt. Seither ist sein Startvolumen von 14 Millionen Euro bis Ende Februar 2016 auf 38,3 Millionen Euro gewachsen. Es hat sich also fast verdreifacht. Anleger können Fondsanteile ab 1.000 Euro bei der katholischen Kirchenbank aus Essen erwerben, aber auch über die GLS Bank. Der KCD-Mikrofinanzfonds III hat in den ersten zwei Monaten von 2016 eine Rendite von 0,53 Prozent erreicht. Seit der Auflage verzeichnet dieser Fonds eine Wertsteigerung von 3,23 Prozent. Die Managementvergütung beträgt pro Jahr bis zu 1,3 Prozent, die Gesamtkostenquote (englisch Total Expense Ratio, Abkürzung TER) 2,2 Prozent. Anfallende Erträge werden an die Investoren ausgeschüttet.

Das KCD im Namen dieses Mikrofinanzfonds steht für Kirche, Caritas und Diakonie. Die Bank im Bistum Essen investiert selbst seit Jahren in den Mikrofinanzsektor. Sie ist auch für das Fondsmanagement des KCD-Mikrofinanzfonds III verantwortlich. Dieser erreicht laut dem jüngsten Monatsbericht derzeit rund 45.500 Kreditkunden. Mikrofinanzfonds stellen Mikrofinanzinstituten in armen Weltgegenden Kapital zur Verfügung, meist über Schuldverschreibungen, für die sie dann Zinsen erhalten. Dieses Kapital nutzen die Mikrofinanzinstitute, um Kleinkredite an Menschen zu vergeben, die keinen Zugang zu Kapital haben. Zum Beispiel ein Instrumentenbauer aus der Mongolei, der Holz und Werkzeug einkaufen muss, oder eine Freiköchin, die Geld für einen Ofen benötigt. Die Nachfrage nach solchen Mikrokrediten ist riesig, denn in vielen armen Weltgegenden haben die Menschen keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Und wenn doch, so verfügen sie nicht über ausreichende Sicherheiten, um ein Darlehen von herkömmlichen Banken zu erhalten. Mikrofinanzinstitute füllen diese Lücke, und sie vergeben auch Kredite in dem geringen Umfang, den solche Kunden benötigen, oft nur wenige Hundert Dollar. Für herkömmliche Finanzinstitute lohnt sich das Geschäft mit derart geringen Krediten nicht und kommt daher für sie nicht in Frage.

Der KCD-Mikrofinanzfonds III ist in 28 Mikrofinanzinstitutionen in 13 Ländern investiert, mit über 30 Prozent des Fondsvolumens in Asien, mit rund 27 Prozent im Kaukasus und in Osteuropa sowie mit rund 20 Prozent in Lateinamerika.

Wertzuwachs auch für den IIV Mikrofinanzfonds

Außer dem KCD-Mikrofinanzfonds III ist für deutsche Privatanlege nur noch der IIV Mikrofinanzfonds der Invest in Visions GmbH aus Frankfurt zum Vertrieb zugelassen. Sie hat ihn im Oktober 2011 aufgelegt. Seither hat er ein Volumen von 217,4 Millionen Euro aufgebaut. Dieses ist zu 80 Prozent investiert, zu einem Drittel in Asien, zu über 27 Prozent in Lateinamerika und zu fast 17 Prozent im Kaukasus und in Osteuropa. Wie der KCD-Mikrofinanzfonds III ist auch dieser Fonds bislang in Afrika kaum aktiv.

Die Invest in Visions GmbH beachtet wie auch die Bank im Bistum Essen die UN "Principles for Investors in Inclusive Finance" (PIIF). Diese Prinzipien verpflichten dazu, nur in Mikrofinanzinstitutionen zu investieren, die mit sozialem Anspruch arbeiten, nicht die schnelle Rendite anstreben, sondern einen langfristigen finanziellen und sozialen Gewinn. Dennoch lohnt sich das Investment.

Der IIV Mikrofinanzfonds hat seit Jahresbeginn seinen Wert um 0,41 Prozent verbessert, in 2015 um 3,3 Prozent. Pro Jahr fällt bei diesem Fonds für Privatanleger eine Verwaltungsgebühr von 1,4 Prozent an. Die Gesamtkostenquote beträgt 2,1 Prozent. Das Investment ist ab 100 Euro möglich. Wie beim KCD-Mikrofinanzfonds III fällt ein Ausgabeaufschlag von drei Prozent an.
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