Elektrofahrrad von MIFA. / Quelle: Unternehmen

08.10.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Anleihen / AIF

Keine Sanierung in Eigenregie für Fahrradhersteller MIFA

Der ostdeutsche Fahrradhersteller MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG darf sich nicht in Eigenverwaltung sanieren. Bei einer solchen hätte der Vorstand das Heft der unternehmerischen Entscheidungen in der Hand behalten. Wie Die Gesellschaft aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt in einer Pflichtmitteilung bekannt gab, hat das zuständige Amtsgericht Halle die Eigenverwaltung aufgehoben. MIFA hatte vor einer Woche einen Antrag auf Insolvenz in Eigenregie gestellt, nachdem die Übernahme durch den indischen Fahrradhersteller Hero Cycles gescheitert war. MIFA steht bei Anleihegläubigern mit insgesamt 25 Millionen Euro in der Kreide.

Seit der Bekanntgabe von gravierenden Fehlern in der Buchhaltung und dadurch neu aufgetrenenen Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe hat das Unternehmen bereits zweimal den Vorstandschef gewechselt. Am 1. Oktober wurde der Posten des Vorstandsvorsitzenden an Thomas Mayer vergeben. Nun soll laut dem Gerichtsbeschluss der Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas Flöther als vorläufiger Insolvenzverwalter das Ruder bei MIFA übernehmen. Flöther war bislang als vorläufiger Sachwalter im Verfahren aktiv gewesen. Das Amtsgericht reagierte laut der Mitteilung mit seiner Entscheidung auf ein „einstimmiges Votum des vorläufigen Gläubigerausschusses, der sich für den Wechsel zu einer vorläufigen Insolvenzverwaltung ausgesprochen hatte“.

Einige Aktionäre hatten nach der gescheiterten Übernahme durch Hero Cycles schwere Vorwürfe gegen den indischen Fahrradhersteller erhoben und deshalb eine Klage erwogen (ECOreporter.de  berichtete): Sie bezichtigten den Konzern, nie wirklich an einem Einstieg bei MIFA interessiert gewesen zu sein. Stattdessen soll die Delegation die Einblicke bei MIFA lediglich genutzt haben, um Erkenntnisse für eine eigene Fabrik in Indien zu gewinnen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa hatte Hero-Cycles-Finanzchef Rohit Maheshwari entschieden entgegen: Solche Vorwürfe werden vor Gericht keinen Bestand haben“, so Maheshwari. Zugleich erhob er seinerseits Vorwürfe gegen MIFA: Das Unternehmen habe sich nicht an  vertraglich fixierte Vereinbarungen gehalten und die finanzielle Lage des Unternehmens unklar kommuniziert. Die Finanzzahlen der vergangenen vier Jahre seien nicht korrekt gewesen.

MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 / WKN A0B95Y
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