Einblick in Solarmodulfertigung von Schott Solar. / Quelle: Unternehmen

31.01.14 Erneuerbare Energie

Keine Schnäppchen mehr bei Solarmodulen - Preise stabil

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.

Marktkommentar zum Preisindex für Dezember 2013

Wie erwartet, haben sich die Preise für kristalline Module aus allen Herkunftsregionen über den Jahreswechsel kaum verändert. Gaben die Preise im Vormonat noch leicht nach, so haben sie sich nun stabilisiert oder zeigen sogar eine leichte Tendenz nach oben. Kostengünstige Restkontingente sind beinahe vollständig vom Markt gefegt. Reguläre Ware aus China ist in der EU nicht unter dem vereinbarten Mindestpreis zu haben. Dennoch haben die milden Temperaturen im Januar 2014 die Kauflust der Deutschen bei Photovoltaik-Anlagen und –komponenten etwas schneller belebt als sonst zum Jahresanfang üblich.


Die zurzeit stärkste Nachfrage in Europa wird jedoch in Großbritannien registriert. Projektentwickler müssen ihre großen Kraftwerke noch fertigstellen, bevor die Förderung im Rahmen des RO-Programms (Renewables Obligation) im zweiten Quartal gekürzt wird. Einige europäische Modulhersteller liefern nach eigenen Angaben fast ausschließlich auf die Inseln. Im übrigen Europa ist die Nachfrage eher verhalten, zumindest die klassischen Photovoltaik-Installationen betreffend. Es werden jedoch zunehmend Alternativen jenseits der staatlich verordneten Vergütungssätze ausprobiert. Der Markt für Energiespeicher bleibt einer der größten Hoffnungsträger im anbrechenden Jahr, eingeleitet durch zahlreiche Produktankündigungen und flankierenden Informationsveranstaltungen und Kongressen.



Grafik: pvXchange


Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.

Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.

Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich. Im Juni 2012 erfolgte die zwischenzeitliche Umbenennung in sologico. Dies ist mit einigen Neuerungen an der Unternehmensspitze und der Rückkehr von Martin Schachinger, der zum Kreis der Hauptgesellschafter gehört, im Februar 2013 wieder rückgängig gemacht worden. Zum Jahresanfang 2013 gab es bei pvXchange zusammen mit dem Wechsel des Markennamens noch eine weitere Änderung: Neben Modulen und Wechselrichtern werden nun auch ganze Projekte in verschiedenen europäischen Ländern über den Online Marktplatz vermittelt.
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