14.11.13 Finanzdienstleister

Kernunternehmen der Infinus-Gruppe melden Insolvenz an

Mit der Future Business KGaA und der Prosavus AG haben zwei zentrale Unternehmen aus der Firmengruppe des Finanzdienstleisteers Infinus Insolvenz angemeldet. Der Gang zum Amtsgericht am Stammsitz in Dresden sei jeweils Folge der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen  Führungskräfte der Infinus-Gruppe (ECOreporter.de berichtete), teilten beide Unternehmen mit. Der Antrag sei nötig geworden, weil die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen sämtliche Vermögenswerte und alle Geschäftskonten beschlagnahmt habe, hieß es von beiden Firmen.  Beiden kommt jeweils eine zentrale Rolle innerhalb des Firmengeflechts von Infinus zu. Future Business fungiert als Emissionshaus der gesamten Gruppe, Prosavus verkauft Genussrechte.

Einem Bericht der Dresdener Neuen Nachrichten Online (DNN Online) zufolge haben insgesamt vier Unternehmen der Infinius-Gruppe Insolvenz angemeldet. Neben Future Business und Prosavus sind dies die  MAS Finanz AG und die MAS Vermögensverwaltungs GmbH, erklärte eine Sprecherin  des Gerichts gegenüber der DNN Online. Über keinen dieser Insolvenzanträge ist bisher gerichtlichentschieden worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Anlagebetrug. In den Prospekten zu Anleihen, bei denen Future Business als Emittentin fungiert, sollen falsche Angaben zur Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens gemacht worden sein. Das betrifft 25.000 Anleger, die zusammen 400 Millionen Euro in diese  Anleihen mit  investiert haben sollen. Sechs Mitglieder der Chefetage der Infinus-Gruppe sind im Rahmen der Razzia in Untersuchungshaft genommen worden. Bis zum Start der Ermittlungen hatte Infinus die Zinsen der betroffenen Anleihen planmäßig bedient. Allerdings wird Infinus übereinstimmenden Medienberichten zufolge verdächtigt, diese Zinsen durch  eigene Investitionen in Goldsparpläne und die damit verdienten Provisionen aufgebracht zu haben. Die Infinus Gruppe hatte die Vorwüfe umgehend nach der Razzia bestritten und angekündigt, mit den Behörden zu kooperieren.

In der Hoffnung, ihr eingesetztes Kapital zurückzubekommen, haben zahlreiche Anleger ihre Anleihen zum Jahresende 2013 gekündigt. Darauf weist die auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Kanzlei CLLB Rechtsanwälte hin. Ob diese Kündigungen erfolgversprechend sind, stuft die Kanzlei als „fraglich“ ein. Schließlich, so die Juristen, setze eine Kündigungswelle die Infinus Gruppe zusätzlich unter Druck, und inwiefern der Finanzdienstleister in der Lage sein wird, die Forderungen seiner Gläubiger zu erfüllen, müsse sich erst noch zeigen. Stattdessen rät die Kanzlei dazu, Ansprüche gegen Anlageberater und Finanzvermittler zu prüfen. Hier bestehe die Möglichkeit, Schadenersatz zu erstreiten, wenn dem Berater oder Vermittler beispielsweise unzureichende Aufklärung zu den Risiken des Investments nachgewiesen werden könne. 
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