Die Allianz hatte am 24. November 2015 verkündet, nicht mehr in Kohle investieren zu wollen. Umweltschützer haben nun Zweifel und Kritik an dem Versicherer und einigen anderen Konzernen geäußert. / Foto: Pixabay

09.02.18 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Kohle-Geschäfte: Was sagt die Allianz zu den Vorwürfen?

Versicherungskonzerne können sich immer noch nicht von der klimaschädlichen Kohle trennen. Das zumindest wirft Unfriend Coal, eine NGO-Kampagne, mehreren Unternehmen vor. Insbesondere kritisiert sie die deutschen Versicherer Allianz und Munic Re: Beide würden weiterhin Kohleprojekte in Polen versichern, so der Vorwurf von Unfriend Coal. Das will die Allianz aber so nicht stehen lassen.

Der Anlass für die Kritik: Die Umweltschützer haben eine Studie zum Kohleausbau in Polen veröffentlicht - aufgrund des zum Jahresende 2018 geplanten UN-Klimagipfels im deutschen Nachbarland.

Demnach hätten europäische Versicherer über ihre polnischen Tochtergesellschaften mehr als 1,3 Milliarden Euro in den Kohlesektor in Polen investiert. Außerdem unterzeichneten sie seit dem Jahr 2013 mindestens 21 Verträge für die Versicherung bestehender und neuer Kohleprojekte, so die Kritik. Das sei angesichts der Pariser Klimaziele und der Allianz-Erklärung zum Kohleausstieg mindestens unverständlich, teilten die internationalen Aktivisten nun mit.

Allianz wehrt sich gegen die Vorwürfe

Neben weiteren Konzernen wie Generali aus Italien seien die Allianz und ein Tochterunternehmen des Rückversicherers Munich Re, Ergo Hestia, aus Deutschland besonders stark am Geschäft mit der polnischen Kohle beteiligt.

Dabei beteuert die Allianz, es habe sich eigentlich nichts am Kohle-Ausstieg des Versicherers geändert. Als Investor, der Kundengelder anlegen müsse, "investieren wir seit 2015 nicht mehr in kohlebasierte Geschäftsmodelle", erklärte eine Allianz-Sprecherin gegenüber ECOreporter.de.

Im Versicherungsgeschäft könne es aber durchaus noch sein, dass sogenannte Makler-Pakete angeboten würden. In denen finden sich dann auch Kohle-Unternehmen. "Die Allianz prüft seit 2014 grundsätzlich alle potentiell kritischen Geschäftsabschlüsse systematisch auf ESG-Risiken (Environment/Social/Governance)", so die Sprecherin.

Ferner, so heißt es bei der Allianz weiter, seien einige Verträge langfristiger Natur, so dass im Bestand noch Kohleproduzenten und verbundene Unternehmen versichert seien (lesen Sie hier die Antwort im Wortlaut). Damit reagierte der Versicherungskonzern auf die Meldung der NGO-Kampagne Unfriend Coal, wonach die Allianz und Munic Re zu den größten Versicherern der polnischen Kohle-Expansion gehören. Seit 2013 habe die Allianz mindestens 9, Ergo Hestia mindestens 12 Versicherungsverträge für polnische Kohlefirmen abgeschlossen.

Auf der einen Seite stehen nun die ehrgeizigen Ziele - und auf der anderen Seite die Umweltorganisationen, die den Versicherungskonzern daran erinnern werden.
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