10.01.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Konzerne wie Alstom, Shell und Goldman Sachs für Schmähpreis nominiert

Für skandalöse Umweltsünden und fragwürdige Geschäftspraktiken wird alljährlich in Davos der Schmähpreis „Public Eye Award“ vergeben. Die Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) Erklärung von Bern und Greenpeace geben die Preisträger stets während des World Economic Forums (WEF) bekannt. Sie rufen derzeit zur Abstimmung über die Kandidaten per Internet auf. Zu den bisherigen Preisträgern zählen zum Beispiel der Atomkonzern Areva, der Pharma-Riese Roche und der Rohstoff-Multi Glencore.

In diesem Jahr wurde zum Beispiel der in einigen Nachhaltigkeitsfonds enthaltene Technologie - und Transportkonzern Alstom für den Anti-Preis nominiert. NGOs wie zum Beispiel Bankwatch werfen dem französischen Unternehmen vor, bewusst Schmiergelder einzusetzen, um sich Geschäfte zu sichern. Einige seiner einige seiner Tochterunternehmen seien daher bereits von Weltbank-Projekten ausgeschlossen worden. „ Korruption ist einer der größte Hemmschuhe für wirtschaftliche Entwicklung, fördert die Armut, die Umweltzerstörung und untergräbt die Demokratie“, stellen die Initiatoren des Schmähpreises dazu fest.

Ebenfalls nominiert wurde der Ölkonzern Shell, weil er als erste große Ölgesellschaft mit der für die Natur hochriskanten Suche nach fossilen Brennstoffen in Arktis begonnen hat. Dabei existiere „keine Lösung oder Methode, mit der sich ausgelaufenes Öl aus dem Eismeer entfernen ließe“, stellen die Initiatoren des Public Eye Award dazu fest.

Als "Vampir des Finanzkapitals" wurde auch der US-amerikanische Finanzkonzern Goldman Sachs nominiert. Dabei „schreckt die Bank auch nicht vor Geschäften zurück, die ganze Staaten in den Ruin stürzen“, heißt es in der Nominierung dazu. So habe Goldman Sachs beispielsweise kräftig an Griechenlands Staatsschuldenkrise verdient und werde auf Kosten der europäischen Steuerzahler noch viel mehr daran verdienen.

Ferner nominiert sind zum Beispiel Lonmin aus Südafrika, die weltweit drittgrößten Minenproduzentin, weil der Lohn vieler Mitarbeiter nicht zu einem würdevollen Leben reiche, der Schweizer Energiekonzern Repower, weil er im italienischen Kalabrien ein gigantisches Kohlekraftwerk plant, und der indische Energiekonzern Coal India als der weltweit größte Kohleförderer.

Die Kandidaten wurden den Initiatoren zufolge von internationalen renommierten Wirtschaftsethikern über 20 Gutachten zu „potenziell würdigen“ Preisträgern ausgewählt. Die Gutachten seien vom Institut für Wirtschaftsethik (IWE) der Universität St. Gallen erstellt worden. Über 50 Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt hätten dazu Vorschläge eingereicht. Die Online-Abstimmung über das übelste Unternehmen des Jahres läuft bis zum 23. Januar 2013. Opens external link in new windowHier können Sie daran teilnehmen und den Stand der öffentlichen Abstimmung verfolgen.
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