21.08.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Krisenstimmung an den Börsen – Bieten sich jetzt günstige Einstiegschancen? ECOreporter.de-Interview mit Hans Peter Portner, Fondsmanager des Pictet Funds - Water

ECOreporter.de: Wie interessant ist der Wasseraktienmarkt im Moment und welcher Teil besonders?
Hans Peter Portner: Wir haben für unseren Wasserfonds eine Renditeerwartung von etwa acht Prozent jährlich. Das setzt sich aus sechs Prozent organischem Wachstum und einer konservativ geschätzten Dividendenrendite von zwei Prozent zusammen. Von dieser langfristigen Rendite hat sich der Fonds aktuell deutlich entfernt, wir liegen bei zirka 3,5 Prozent jährlich. In der Vergangenheit waren solche Abweichungen nach unten immer gute Einstiegszeitpunkte. Wer etwa am Tiefpunkt des Wassersektors in 2003 gekauft hat, konnte in der Folge eine jährliche Performance von mehr als acht Prozent verbuchen.

Für besonders interessant halten wir derzeit zwei Bereiche des Wassermarkts: Die Versorger und die Wassertechnologiewerte. Aktien internationaler Wasserversorger haben teilweise 40 Prozent verloren; unter anderem litten sie unter den steigenden Energiekosten. Die Geschäftsmodelle haben sich aber nicht grundlegend verändert. Ein guter Zeitpunkt einzusteigen.
Die Nachfrage nach Wassertechnikprodukten wurde lange durch die Immobilienbranche getrieben. Als Folge der Immobilienkrise gab es in diesem Sektor eine massive Korrektur. Dort ist jetzt ein Boden erreicht, Abschwünge in anderen Bereichen führen nicht mehr zu Kursverlusten. Auch hier ist der Einstieg derzeit günstig.

ECOreporter.de: Warum lohnt sich Wasserinvestment?
Portner: Wasserunternehmen erbringen eine Dienstleistung für ein Gut das unterversorgt wird und nicht ersetzt werden kann. Die Rahmenbedingungen: unzureichendes Angebot und stetig steigende Nachfrage. Die Folge sind steigende Wasserpreise. Für die Unternehmen ist das ein Anreiz, mehr zu investieren. Es gibt also ein Wachstumselement und gleichzeitig eine komfortable Nachfragesituation.

Wir erwarten weiterhin steigende Wasserpreise und Chancen für die Wasserindustrie. Das wird auf absehbare Sicht so bleiben. Unter anderem weil die reichen Länder vor einem gewaltigen Sanierungsbedarf stehen. In London wird es bei konstantem Tempos beispielsweise noch zirka 90 Jahre dauern, bis die heutige Wasserinfrastruktur ersetzt ist.

Mit einem Investment in den Wassersektor setzen Sie auf die Schnittmenge von zwei großen Tendenzen: Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Der Wasserzyklus ist das Paradebeispiel für Nachhaltigkeit. Die Sonne ist die größte Meerwasserentsalzungsanlage der Welt. Das ist eine langfristige und durch und durch nachhaltige Anlage.

ECOreporter.de: Was ist auf fünf Jahre gesehen interessanter, Energie oder Wasser?
Portner: Das sind zwei sehr verschiedene Dinge: Wasser ist eine Dienstleistung – Energie ist eine natürlich Ressource. Strom wird aus Öl, Gas und Kohle gewonnen. Nach unserem Verständnis sind Wasserversorger eigentlich gar keine Versorger sondern Dienstleister. Sie betreiben eine Infrastruktur. Deshalb sind sie vom Geschäftsmodell her weniger risikoreich. Der Erfolg der Stromversorger hängt demgegenüber stark vom Ölpreis ab.

Die Entwicklung des Ölpreises ist deshalb ausschlaggebend dafür, ob Wasser oder Energie in den nächsten Jahren erfolgreicher sein werden. Wenn man ganz sicher gehen will, investiert man in beide Bereiche.

ECOreporter.de: Herr Portner, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Pictet Funds (LUX) - Water: ISIN LU0104884860 / WKN 933349
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