14.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Krokodilstränen über die geplante Versteigerung von Emissionsrechten - RWE AG warnt vor explodierenden Stromkosten

Der Essener Energiekonzern RWE AG betreibt laut dem WWF etliche der schmutzigsten und ineffizientesten Kraftwerke in Europa. So nimmt es nicht Wunder, dass er nun offenbar versucht, Stimmung gegen die geplante Versteigerung von Emissionsrechten für den EU-weiten Emissionshandel zu machen. Die entsprechenden Pläne der EU-Kommission für die Zeit ab 2012 müssen demnächst vom Europaparlament und dem EU-Rat abgesegnet werden. Die RWE Power AG lancierte nun Berechnungen an die Presse, wonach durch die Versteigerung von Emissionsrechten einen Kostenexplosion bei den Strompreisen droht. Insbesondere die Tageszeitung „Die Welt“ ging ausführlich auf die Position von RWE ein. "Pro Haushalt dürften sich die staatlich verursachten Belastungen 2013 auf 400 bis 500 Euro pro Jahr belaufen - je nach Zertifikatspreis", zitiert das Blatt Hans-Wilhelm Schiffer, Leiter der Abteilung Energiewirtschaft der RWE Power AG.

Dabei wird nicht erwähnt, dass die deutschen Energiekonzerne in den ersten Jahren die Zertifikate für den Emissionshandel überwiegend kostenlos bekamen. Ebenfalls unterschlagen wird, dass sie den Preis für Emissionsrechte dennoch auf den Strompreis schlugen. Lücken im Gesetz ermöglichten diese auch vom Bundeskartellamt kritisierte Praxis. Die deutschen Energiekonzerne nutzen diese Gelegenheit, obwohl etwa RWE Milliardengewinne verbuchte und zum Beispiel 2007 das Konzernergebnis um 15 Prozent steigern konnte. Das nimmt der geäußerten Sorge seitens der RWE über drohende Belastungen der Stromkunden nicht wenig an Glaubwürdigkeit.

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