05.09.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Kurseinbruch nach dem geplatzten Hoku-Deal - Sprecher der Solar-Fabrik AG nimmt gegenüber ECOreporter.de Stellung zu den Auswirkungen

Wie heute bereits berichtet, hat die chinesische Siliziumproduzentin Hoku Scientific den Liefervertrag mit der Global Expertise Wafer Division (GEWD) gekündigt, einer 100prozentigen Tochter der deutschen Solar-Fabrik AG (per Mausklick gelangen Sie zu unserem Bericht darüber, dass Hoku mehrere Verträge mit Geschäftspartnern gekündigt hat). Die Aktie des Freiburger Solarunternehmens geriet am Morgen stark unter Druck. Bis 12:30 Uhr gab sie in Frankfurt rund 7,5 Prozent nach, mit 7,94 Euro notiert sie dort mehr als 52 Prozent unter dem Vorjahreskurs.

Unternehmenssprecher Martin Schlenk nahm gegenüber ECOreporter.de zu dem Vorfall Stellung. Ihm zufolge kam die Vertragsauflösung für die Solar-Fabrik AG „nicht überraschend“. Hoku habe zu Jahresbeginn noch angestrebt, seine Projektfinanzierung ganz über Fremdmittel zu gestalten. Seither habe das Unternehmen sich von diesem Plan Schritt für Schritt verabschiedet. Es sei absehbar gewesen, dass auch die Vereinbarung mit der Solar-Fabrik von der Siliziumproduzentin neu bewertet werde (ECOreporter.de wies in einem Beitrag vom März darauf hin). Hoku sei mit Vorschlägen für eine Ergänzung des Liefervertrages an die Freiburger herangetreten. Diese habe man aber abgelehnt, so Schlenk.

Wie er auf Nachfrage ausführte, hat die Solar-Fabrik aufgrund der Entwicklung der letzten Monate bereits nach Alternativen zu der Hoku-Lieferung Ausschau gehalten. Man sei zuversichtlich, „zeitnah“ einen Ersatz zu finden. „Es dürfte kaum ein halbes Jahr dauern, bis wir hier einen Erfolg melden können“, so Schlenk. Der Unternehmenssprecher betonte, dass die ursprünglich mit Hoku verabredete Lieferung, die ab Ende 2009 erfolgen sollte, nicht im Businessplan der Solar-Fabrik enthalten war. Daher habe das Platzen der Vereinbarung keine Auswirkungen auf die Produktion. Die erhaltene Anzahlung von 2 Millionen US-Dollar müsse Hoku zurückzahlen, auch sei die Bankbürgschaft über 25 Millionen US-Dollar hinfällig, mit der man die Lieferung abgesichert habe.

Ferner wies Schlenk darauf hin, dass das Handelsvolumen der Aktie der Solar-Fabrik zuletzt recht gering war. Schon der Verkauf vergleichsweise geringer Positionen könne daher zu deutlichen Kursverlusten führen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Hoku-Meldung den Kurs nicht nachhaltig belasten werde.

Hoku Scientific, Inc. : WKN: A0F45R/ ISIN: US4347121059
Solar-Fabrik AG: WKN 661471/ ISIN DE0006614712


Bildhinweis: Martin Schlenk; Niederlassung der Solar-Fabrik AG in Freiburg. / Quelle: Unternehmen
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