26.07.10 Aktientipps

Kursraketen? – Analysten geben Kaufempfehlungen für ausgewählte Solaraktien




Erst seit wenigen Monaten ist das in Jiangxi ansässige Solarunternehmen Jinko Solar in Frankfurt und New York an der Börse notiert. Noch im Februar war sein Börsengang aufgrund des schwachen Umfeldes verschoben worden. Seit dem Debüt im Mai ist der Anteilsschein der Herstellerin von Solarwafern, -zellen und –modulen aber immer begehrter geworden. In New York sprang der Kurs der Jinko-Aktie von 11 auf 14,1 Dollar, in Frankfurt verteuerte sie sich von rund 6,5 auf 11,0 Euro (11 Uhr).

Nach Einschätzung des US-Analysten Mark Bachman ist das Potential des Wertpapiers damit noch längst nicht ausgereizt. Er nennt als Kursziel 23 Dollar (17,8 Euro) und empfiehlt die Aktie von Jinko zum Kauf. Der Experte von Auriga Securities meint, dass der Anteilsschein im Vergleich zu anderen Marktakteuren aus China noch immer stark unterbewertet ist. Offenbar werde die Kostenstruktur der Jinko von vielen Investoren nur unzureichend durchschaut. Diese erlöse steigende Gewinne aus dem Geschäft mit Solarmodulen, für deren Produktion vermehrt eigene Wafer eingesetzt würden. Jinko mache große Fortschritte beim Aufbau eines integrierten Solarkonzerns. Bis zum Jahresende 2010 werde die Produktionskapazität in allen drei Bereichen – Wafer, Zellen, Module – voraussichtlich auf jeweils 500 Megawatt (MW) gesteigert. Zur Jahresmitte habe sie bei Solarzellen 300 MW erreicht, bei Wafern und Modulen jeweils 400 MW.

Eine weitere Kaufempfehlung gibt Bachman für die Aktie der chinesischen Solarfun Power Holdings. Auch die baue ihre Kapazitäten derzeit stark aus (wir Opens external link in new windowberichteten). Das Unternehmen aus Shanghai könne im zweiten Halbjahr die Marge auf bis zu 20 Prozent steigern und werde im Gesamtjahr eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielen. Als Kursziel nennt der Analyst von Auriga Securities 13 Dollar (10,1 Euro). An der Nasdaq wurde die Aktie der Chinesen zuletzt mit 9,8 Dollar gehandelt und damit 40 Prozent über dem Vorjahreskurs. In Frankfurt kostet sie heute Mittag 7,7 Euro.

Dagegen empfiehlt Vishal Shah, Analyst von Barclays Capital die Aktie von China Sunergy. Nach seiner Einschätzung ist das Wertpapier trotz der Kurszuwächse in den letzten Wochen im Vergleich zu anderen Solaraktien aus China noch immer unterbewertet. Er empfiehlt den Anteilsschein mit Kursziel 5 Dollar (3,9 Euro) zum Kauf. An der Nasdaq notiert er aktuell mit 4,5 Dollar rund zehn Prozent unter dem Vorjahreskurs, in Frankfurt bei 3,8 Euro. Das Unternehmen aus Nanjing hatte 2009 einen Nettoverlust von 0,25 Dollar je Aktie erwirtschaftet. Shah rechnet für 2010 nicht nur mit einem Sprung in die Gewinnzone. Er erhöht auch seine Gewinnprognose von 0,65 Dollar auf einen Dollar je Aktie für 2010 und von 0,4 Dollar auf 0,6 Dollar für 2011.

Zwei weitere Solaraktien aus China werden von Sanjay Shrestha empfohlen, Analyst von Lazard Capital. So rät er zum Kauf des Anteilsscheins von LDK Solar. Der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller von Solarwafern hatte im letzten Geschäftsjahr einen Nettogewinn in Höhe von 2,7 Millionen Dollar oder drei Dollarcents je Aktie erwirtschaftet. Shrestha prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinnsprung auf 70 Cents je Aktie. Zur Begründung führt er eine starke Nachfrage in 2010 und 2011 an. Insbesondere für Solarwafer könne dies zu Engpässen und damit zu attraktiven Preisen für LDK-Produkte führen. Der Experte von Lazard Capital geht für 2010 von einem Anstieg der weltweiten Neuinstallation auf 12 Gigawatt (GW) aus. Die neue Photovoltaikleistung werde 2011 auf 14,5 GW ansteigen, 2012 dann auf knapp 16 GW.

Von dieser hohen Nachfrage könne auch der Solarkonzern JA Solar aus Shanghai profitieren, meint der Analyst. Shrestha verweist unter anderem auf dessen Kostenvorteile und starke Vertriebskanäle. Seine Prognose für den Gewinn je Aktie in 2010 erhöht er von 0,7 auf 0,85 Dollar. Der Analyst empfiehlt die Aktie von JA Solar mit Kursziel 12 Dollar (9,3 Dollar) zum Kauf. Aktuell steht sie bei 6,35 Dollar (Nasdaq) und bei 4,9 Euro (Frankfurt). Für LDK erhöht er seine Einschätzung von „Halten“ auf „Kaufen“ mit Kursziel 10 Dollar (7,75 Euro). In New York notiert deren Anteilsschein bei 6,7 Dollar, in Frankfurt bei 5,1 Euro.

Diesen Empfehlungen für Hersteller von Solarprodukten aus Fernost steht ein Aktientipp für eine Konkurrentin aus Europa gegenüber. Analyst Ben Lynch von Bryan, Garnier & Co in London rät zum Anteilsschein der Renewable Energy Corp.ASA (REC) aus Norwegen. Die hatte zwar kürzlich erneut tiefrote Quartalszahlen gemeldet, aber auch einen Umsatzsprung um 17 Prozent auf 758 Millionen Euro (per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu unserem Beitrag darüber). Lynch erklärt die Verluste mit hohen Aufwendungen für den Ausbau der Produktionskapazitäten und geht davon aus, dass diese sich schon bald rentieren werden. Der Solarkonzern sei damit aussichtsreich für das weltweite Marktwachstum aufgestellt und könne im Gesamtjahr wieder in die Gewinnzone schwenken. Nach einem Verlust je Aktie von 3,6 Norwegische Kronen (NOK) in 2009 prognostiziert er für 2010 einen Nettogewinn je Aktie von knapp 2 NOK (0,25 Euro). Als Kursziel für die REC-Aktie nennt er 40 NOK (5 Euro). In Frankfurt kostet das Wertpapier aktuell mit 2,3 Euro nur noch halb so viel wie vor einem Jahr.

Eine weitere Kaufempfehlung gibt der britische Analyst für die Aktie eines deutschen Solarausrüsters, des hessischen Wechseltrichterherstellers SMA Solar Technology AG. Seit dem Börsendebüt im Sommer 2008 hat sich der Kurs des Wertpapiers trotz Finanz- und Wirtschaftskrise auf aktuell 98,6 Euro nahezu verdoppelt. Lynch rechnet mit weiteren Zuwächsen und nennt als Kursziel 120 Euro. Er verweist darauf, dass das Unternehmen kürzlich seine Jahresprognose stark angehoben hat (wir Opens external link in new windowberichteten). Der Halbjahresumsatz sei um 223 Prozent auf 800 Millionen Euro angestiegen. Der Wechseltrichterhersteller sei mit einem Anteil von über 50 Prozent Weltmarktführer und profitiere daher vom starken Wachstum des weltweiten Solarmarktes, das offenbar noch weiter steigen werde. Auch habe SMA nach Angaben der Unternehmensführung den Engpass bei den Komponenten nahezu behoben. Für 2010 erwartet der Analyst einen Anstieg des Nettogewinns je Aktie von 4,64 Euro im Vorjahr auf 9,46 Euro.

China Sunergy Co. Ltd.: ISIN US16942X1046 / WKN A0MLB4
JA Solar Holdings Co., Ltd.: ISIN US4660901079 / WKN A0F5W9
Jinko Solar: WKN A0Q87R / ISIN US47759T1007
LDK Solar: ISIN US50183L1070 / WKN AOMSNX
Renewable Energy Corp.ASA (REC): ISIN NO0010112675 / WKN A0BKK5
SMA Solar Technology AG: ISIN DE000A0DJ6J9 / WKN A0DJ6J
Solarfun Power Holdings Co. Ltd.: ISIN US83415U1088 / WKN A0LGDE

Bildhinweis: Solarzelle made in China. / Quelle: Suntech
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