Verwaltungsgebäude der Hannover Rück: Großschäden wie der Tropensturm "Debbie" haben Spuren in den Bilanzen der Rückversicherer hinterlassen. / Foto: Hannover Rück

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Kursrutsch bei Hannover Rück: Was für die Aktie spricht

Die Hannover Rück AG hat viele Börsianer mit einem geschrumpften Quartalsergebnis erschreckt. Der Kurs der  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt)  brach ein. Wie sollten sich Anleger jetzt verhalten?


Gesunkenes Konzernergebnis, teurere Schadensfälle – aber auch höhere Prämieneinnahmen: Der Rückversicherer aus dem Norden hat mit einem lachenden und einem weinenden Auge seine Bilanz für das erste Quartal 2017 vorgelegt. Demnach sank das Konzernergebnis der Hannover Rück AG im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,4 Prozent auf 264,8 Millionen Euro (2016: 271,2 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie betrug 2,20 Euro gegenüber 2,25 Euro im ersten Quartal 2016.

Großschäden verhagelten das Ergebnis

Der Grund sind teurere Großschäden wie beispielsweise Tropensturm "Debbie" Anfang März: Er sorgte in Australien für extreme Verwüstungen und kostete Hannover Rück mehr als 50 Millionen Euro. Insgesamt gab es im ersten Quartal deutlich mehr Großschäden als noch Anfang 2016. In der Summe musste der Rückversicherer fast 134 Millionen Euro zahlen, fast zweieinhalbmal so viel wie ein Jahr zuvor.

Zudem haben die Hannoveraner für eine teure Neuregelung für Versicherer vorgesorgt. Durch die Änderung einer bestimmten Klausel haben Unfallopfer in Großbritannien Anspruch auf weitaus höhere Schadenersatzzahlungen als bisher. Diese neu Regel hatte in der Branche für heftige Diskussionen gesorgt. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) für den Hannover Rück-Konzern betrug dadurch im ersten Quartal 400 Millionen Euro (2016: 406,7 Millionen Euro): Ein Minus von 1,7 Prozent.

Es gab aber auch positive Nachrichten: Die in der Versicherungsbranche wichtigen Prämieneinnahmen von Hannover Rück stiegen im Vergleich zum vergangenen Quartal um 6,6 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro (2016: 4,26 Milliarden Euro).

Rückversicherer-Aktie fällt um mehr als 5 Prozent

Am 9.5. hatte die Aktie ihren Kurshöhepunkt von 115,65 Euro erreicht. Nach Bekanntgabe der Zahlen stürzte die Hannover Rück-Aktie im Xetra-Handel zunächst um mehr als 5 Prozent auf unter 108,50 Euro ab und pendelte sich um diesen Kurs ein.

Dennoch hat die Aktie in acht Monaten über 17 Prozent an Kursgewinn zugelegt, seit wir sie als eine der aussichtsreichen  nachhaltigen Mittelklasse-Aktien (Link entfernt)  in den Kreis der  ECOreporter-Favoriten-Aktien (Link entfernt)  aufnahmen. Zählt man noch die Dividenden (3,50 Euro plus 1,50 Euro Sonderdividende) hinzu, hat die Aktie ihren Vergleichsindex MDAX übertroffen.


Hannover Rück bleibt auf Wachstumskurs

Die Hannover Rück AG sieht sich trotz herausfordernder Bedingungen im internationalen Rückversicherungsgeschäft und des anhaltend niedrigen Zinsniveaus weiter auf Wachstumskurs. Die eingenommen Bruttoprämien lagen über den Erwartungen, daher hat der Rückversicherer im Februar das Bruttoprämienziel für das Gesamtgeschäft erhöht. Für 2017 geht der Konzern von einem Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus.

Außerdem rechnet Hannover Rück in beiden Versicherungssparten – der Schaden- sowie der Personen-Rückversicherung – mit einem leichten Wachstum im einstelligen Prozentbereich.

Gute Dividendenrendite des Rückversicherers


Wir bekräftigen unsere positive Einschätzung der Hannover-Rück-Aktie. Die Wachstumsaussichten des Unternehmens sind weiter gut. Für die Aktie spricht zudem die hohe Dividende. Für das vergangene Geschäftsjahr 2016 erhalten die Aktionäre eine Ausschüttung von 3,50 Euro plus eine Sonderdividende von 1,50 Euro je Aktie. Das ergibt eine Gesamtausschüttung von 5,0 Euro. 2015 waren je Aktie 4,75 Euro ausgeschüttet worden (3,25 Euro plus Sonderdividende von 1,50 Euro).

Beim aktuellen Aktienkurs von 108,60 Euro bietet Hannover Rück eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent, plus eine Chance auf weitere Kurssteigerungen. Die aktionärsfreundliche Ausschüttungsquote – sie liegt zwischen 35 und 40 Prozent des jährlich erwirtschafteten Konzerngewinns – lässt zudem genügend Spielraum für weitere Dividendensteigerungen. Die Ausschüttung findet einmal jährlich, jeweils im Mai, statt.

Seit Börsengang mehr als 12 Prozent jährliche Wertsteigerung

Der Hannover Rück-Konzern betreibt aktives Shareholder-Value, also eine konstante Steigerung des Unternehmenswertes. Seit dem Börsengang 1994 hat er einen Mehrwert von 14,2 Milliarden Euro geschaffen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 12,4 Prozent pro Jahr – ein sehr guter Wert für ein Aktieninvestment. Jedoch ist die Voraussetzung, dass Anleger bereit sind, ihr Investment lange im Depot zu behalten.

Fazit

Neu-Einsteiger sollten eine kleine Position der Hannover-Rück-Aktie aufbauen. Anleger, die bereits investiert sind und auch schon Buchgewinne erzielt haben, sollten die Beteiligung halten. Sie können mit Hilfe einer Stop-Loss-Order bereits erzielte Buchgewinne gegen Verluste absichern (wie das funktioniert, erfahren Sie hier). Dabei sollte der Stop-Loss-Kurs bei 10 Prozent unter dem Einstandskurs gesetzt werden.


Hannover Rück ist ein Nachhaltigkeitsführer in der Versicherungsbranche und die drittgrößte Rückversicherungsgruppe der Welt.  Lesen Sie hier unser Unternehmensporträt.

Hannover Rück: ISIN DE0008402215 / WKN 840221
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