Solarmodule von SunPower im Einsatz. Der Konzern verdient immer weniger und muss auf die Kostenbremse treten. / Foto: SunPower

08.12.16 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Kurssprung der Solaraktie SunPower: Signal für Trendwende?

Nach First Solar muss nun auch SunPower Massenentlassungen vornehmen. Die beiden größten Solarkonzerne der USA wollen so ihre Kosten verringern und den Preisverfall bei Solarmodulen auffangen.  First Solar hatte im November die Streichung von jedem vierten Arbeitsplatz angekündigt. SunPower zog nun nach und kündigte ebenfalls an, einem Viertel der Mitarbeiter zu kündigen. Die Börsianer honorierten diese harte Entscheidung des SunPower-Managements. Die Solaraktie sprang an der Nasdaq um über 14 Prozent auf knapp acht Dollar. Sie hat damit aber immer noch auf Jahressicht fast 70 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Tom Werner, Chief Executive Officer (CEO) von SunPower, will den Solarkonzern aus Kalifornien mit einem harten Sparprogramm auf Kurs bringen. Er steckt schon seit 2015 in der Krise, die sich durch den Preisverfall bei Solarmodulen intensiviert hat. Das Überangebot an Solarmodulen im Weltmarkt hat im laufenden Jahr zu einem Preisrückgang von über 30 Prozent geführt.  ECOreporter.de hat in einem Aktientipp vom November über die Hintergründe und über die schwierige Situation von US-Solarherstellern informiert. SunPower musste im November die Jahresprognose kürzen. Nun will CEO Werner die Produktionskapazitäten des Konzerns auf einen Streich um 700 Megawatt (MW) kürzen, indem er die Fertigung von SunPower auf den Philippinen schließt. Wie er erläuterte, handelt es sich um die älteste und kostenintensivste Solarfabrik des Konzerns. Die Schließung sei auch nötig, um Überkapazitäten und ein Wachsen der Lagerbestände zu vermeiden.

Laut Werner streicht SunPower insgesamt 2.500 Arbeitsplätze, davon die mit Abstand meisten auf den Philippinen. Damit will er die operativen Kosten von 450,9 Millionen Dollar im Geschäftsjahr 2015 auf 350 Millionen Dollar kappen. Zunächst würden die Maßnahmen allerdings bis Ende 2017 Kosten von 225 bis 275 Millionen Dollar verursachen, so der CEO. Davon würden bis zu 150 Millionen Dollar noch im vierten Quartal 2016 anfallen.

Werner rechnet nun für 2017 mit der Auslieferung von Solarmodulen mit insgesamt 1.300 bis 1.600 MW. Der Jahresumsatz werde sich auf 1,8 bis 2,3 Milliarden Dollar verringern. Für 2016 stellte er jüngst 2,4 bis 2,6 Milliarden Dollar in Aussicht sowie 295 Millionen bis 320 Millionen Dollar Jahresverlust. Auch in 2017 dürfte SunPower damit in der Verlustzone stecken bleiben. Wir raten weiter von dem Investment in diese Solaraktie ab. Eine nachhaltige Kurserholung ist so bald nicht zu erwarten.

SunPower: ISIN US8676524064 / WKN A1JNM7
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x