17.04.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

LDK Solar kämpft ums Überleben

Der chinesischen LDK Solar steht das Wasser bis zum Hals. Gestern hatte das Unternehmen aus Xinyu bekannt geben müssen, dass ihm die flüssigen Mittel fehlen, um eine fällige Anleihe zu bedienen (wir berichteten adhoc). Es entging der sofortigen Insolvenz nur dadurch, dass zwei Großgläubiger sich einverstanden erklärten, die Auszahlung zu verschieben. Auf sie entfallen 16,6 Millionen Dollar der Anleihe im Gesamtumfang von 23,8 Millionen Dollar. Nähere Angaben dazu machte LDK nicht, Anfragen wurden bislang nicht beantwortet. Weil er Anleihen nicht bedienen konnte, musste erst im März 2013 der vor LDK größte Solarhersteller Chinas, Suntech aus Wuxi, die Insolvenz seiner Produktion in der Volksrepublik hinnehmen.

LDK Solar war Ende September 2012 mit über drei Milliarden Dollar verschuldet. Das geht aus den im Dezember vergangenen Jahres gemeldeten Zahlen für das dritte Quartal 2012 hervor. Die Jahresbilanz will LDK in einigen Tagen veröffentlichen. Im Juni des laufenden Jahres muss das Unternehmen eine weitere Anleihe im Umfang von 240 Millionen Dollar bedienen.

Nun teilte der Solarkonzern mit, dass er die Produktionsstätte am Standort Hefei in der chinesischen Provinz Anhui nur mit hohem Verlust verkaufen kann. Zudem habe sich der Plan zerschlagen, die erst im Frühjahr 2011 in Betrieb genommene Solarzellenfabrik an Shanghai Qianjiang Group zu verkaufen. Mit der war vereinbart worden, dass sie alle Verpflichtungen von LDK in Zusammenhang mit der Solarzellenproduktion in Hefei übernimmt, inklusive der Schuldenlast von LDK Anhui. Die Behörden hätten dem Verkauf ihre Zustimmung verweigert, hieß es nun, nachdem LDK bislang nur von Verzögerungen berichtet hatte (mehr dazu lesen Sie Opens external link in new windowhier).

Stattdessen soll nun eine Firma der Stadt Hefei LDK die Fabrik abkaufen, jedoch nur zu einem Schleuderpreis. Der Solarkonzern bezifferte den Kaufpreis mit umgerechnet 19,4 Millionen Dollar und räumte ein, dabei einen Nettoverlust von 80 bis 90 Millionen Dollar zu erleiden. LDK ist der Mehrheitsaktionär des deutschen Solarherstellers Sunways AG.

Daneben wartete LDK noch mit einer positiven Nachricht auf. Demnach hat das Unternehmen einen Auftrag von EA Solar Nakornsawan erhalten, einem Solarprojektierer aus Thailand. Ihn sollen die Chinesen demnach im August 2013 mit Solarmodulen im Umfang von 63 Megawatt beliefern.

LDK Solar Co. Ltd: ISIN US50183L1070 / WKN A0MSNX
Sunways AG: ISIN DE0007332207  / WKN 733220
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