LEONIDAS Nächste Woche

Frankreich-Solarfonds Leonidas Associates V:

ECOreporter.de: Die finanzierende Bank hat eine Sondertilgung in Höhe von 500.000 Euro in Anspruch genommen - wie kann sie das so einfach tun? Und warum? Leonidas macht Schäden bei der Versicherung geltend für Reparaturen sowie Kosten für Gutachter und Rechtsanwälte. Wie schätzen Sie die Aussichten ein, dass die Versicherung bezahlen wird, um welche Summen geht es?

Max-Robert Hug:  Das große Projekt Apollo hat eine Sondertilgung von ca. EUR 500.000 vorgenommen. Diese Zahlung war von Anfang an im Rahmen der Finanzierung mit der Bank vereinbart, hätte sonst für die Ausschüttung zur Verfügung gestanden und diese für die gesamte Beteiligungsgesellschaft Leonidas V auf insgesamt über 5 Prozent (nach Steuern in Frankreich!) erhöht. Unser Fondsmanagement hätte dieses Geld zu Beginn der Laufzeit der Beteiligung auch als Liquiditätsreserve auf einem Konto „parken“ und nun für die Sondertilgung einsetzen können.

Zu Gunsten der langfristigen Renditeprognose des Projekts hat man sich allerdings konsequent dafür entschieden, ein Maximum an Kapital der Investoren auch zu investieren. Denn wir verstehen es nach wie vor als unseren Auftrag das Geld aller Anleger in Projekte zu investieren, nicht dieses auf ein Konto zu legen. Allerdings hätten wir diesen Fakt nach dem Abschluss der Finanzierung seinerzeit entsprechend deutlich kommunizieren sollen/müssen. Daher sieht es jetzt so aus als sei es „plötzlich“ passiert.Leonidas Associates VI – Solaranlagen Italien:

ECOreporter.de: Nach einem Tornadoschaden musste zudem das Solarkraftwerk Givoni neu aufgebaut werden. War das Kraftwerk komplett zerstört? Welche Module und Wechselrichter sind jetzt verbaut? Hat die Versicherung auch den Einnahmeausfall bezahlt?

Hug:
  Das Kraftwerk Givoni ist vollständig zerstört worden. Es wurde mittlerweile neu aufgebaut mit Wechselrichtern von SMA  und Modulen von Solarworld. Der Aufbau und auch die Ertragsausfälle wurden übernommen – vergleichen Sie dazu bitte den entsprechenden Passus aus unserem Quartalsbericht.


Leonidas Associates VIII – Windkraft Normandie:

ECOreporter.de: Die zu erstellenden Studien zur Belastung der Umgebung durch Lärm und Lichtimmission (und die später damit verbundenen Kosten auch bei den Windanlagen) - waren die bei der Projektierung nicht absehbar?

Hug:  Bevor wir die Rechte zur Errichtung eines Windparks kaufen (Projekt), erstellen wir eine eigene Due Diligence, die finanzierende Bank macht eine Due Diligence, beauftragt von sich aus meist zusätzlich eine externe Gesellschaft mit einer Prüfung der Unterlagen und auch eine von uns beauftragte, spezialisierte Großkanzlei kontrolliert das Projekt. Mit bei den Unterlagen die geprüft werden dabei ist immer eine Lärmstudie. Diese basiert auf Annahmen und Einschätzungen der Experten, die sich z. B. auf die Herstellerangaben bei den Turbinen, etc. beziehen. Ist das Projekt anschließend gebaut muss immer eine zweite Lärmstudie gemacht werden, die die Schätzung aus dem ersten Gutachten mit der Praxis abgleicht.

Bei allen anderen Projekten die wir betreiben hatten wir mit dem zweiten Geräuschgutachten keine Probleme. Nur beim Projekt Montbray ist laut Ansicht der zuständigen Behörde (DREAL) der Betrieb der Anlagen zu laut. Uns selbst hat dieses Ergebnis überrascht, da sich die Anlagen entlang einer Autobahn befinden, die ein entsprechendes Geräuschniveau entfaltet. Wir selbst wissen davon erst seit kurzem. Ändern können wir aber an der Entscheidung leider nichts mehr. Auch können wir das erste Lärmgutachten nicht anfechten um Schadensersatz zu erlangen, da es nicht fehlerhaft ist.

Auf Anordnung der Behörde müssen wir nun das Geräuschniveau der Anlagen senken. Das können wir zum Glück, indem wir eine Art „Spoilerlippen“ an den Rotorblättern befestigen. Die Leistung der Turbinen selbst wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die Umrüstung aller 30 Rotorblätter wird von der Bank auf EUR 600.000 geschätzt. Die günstigste uns bisher vorliegende Offerte liegt bei EUR 505.000. Bei einer geplanten Ausschüttung von EUR 760.000 (8 Prozent von EUR 9,5 Mio.) gibt die finanzierende Bank aber keine Ausschüttung frei, da sie einen Sicherheitspuffer für sich einplant. Sie kennen das. Natürlich können die Arbeiten auch noch günstiger sein und ein wenig mehr Liquidität bleibt übrig, die wir beim nächsten Mal mit ausschütten können.


Leonidas Associates X – Windenergie Frankreich:


ECOreporter: Die Stromproduktion des Windparks sei in 2015 geringer ausgefallen als angenommen - lag das an weniger Wind als im Jahresdurchschnitt bisher zu erwarten war? Oder lag der Wind im Durchschnitt, aber die Stromausbeute nicht?

Hug:  Geringfügig geringer. Ja. Das lag am Wind; die Abweichung in der Stromausbeute war aber nicht drastisch.


Leonidas Associates XI – Windenergie Frankreich:

ECOreporter: Der Windpark La Voie Romaine habe weniger Strom erzeugt als vorab kalkuliert....Die Gespräche mit dem Turbinenhersteller zur Vergütung der von ihm zu verantwortenden Mindereinnahmen, auch für das Vorjahr, laufen. Der Fehler ist inzwischen behoben.  Um wie hohe Mindereinnahmen handelt es sich, wie hoch war die erwartete Einnahme, wie hoch die reale?

Hug:  Wir können den Ausfall der Einnahmen durch die Minderleistung der fünf Turbinen im Moment nur schätzen. Es muss auch alles noch genauer untersucht werden.

ECOreporter: Warum war die Höhe der Einspeisevergütung für den Windstrom geringer gewesen als zuvor berechnet, , warum war die Höhe bis zur Erstellung des Prospektes noch nicht bekannt?

Hug:  Diese Aussage ist sehr missverständlich. Dafür entschuldigen wir uns. Die Kollegen wollten damit zum Ausdruck bringen dass die Kalkulation im Prospekt des Leonidas 11 auf einem Muster-Projekt basiert. Dieses Musterprojekt weist einen Einspeisetarif von 8,62 Cent/kWh aus. Tatsächlich investiert haben wir in die Projekte La Voie Romaine und La Guenelle. Beide haben einen Einspeisetarif im ersten Jahr von 8,471 Cent/kWh. Die Kollegen wollten durch den entsprechenden Passus im Anschreiben zu den Ausschüttungen auf diesen Umstand hinweisen. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang: Beide Projekte erfüllen die Ausschüttungsprognose des Prospekts natürlich trotzdem, da die kalkulierten, laufenden Kosten entsprechend geringer sind, die Renditeerwartung damit wiederum in das Schema und damit die Investitionsbedingungen passt.


Leonidas Associates XIII – Windenergie Frankreich:

ECOreporter.de: Nach Angaben von Leonidas stehen über 500.000 Euro Einnahmen des Windparks Saulces nicht für Ausschüttungen für 2015 zur Verfügung. Dieses Geld sei auf das Schuldendienstreservekonto eingezahlt worden. Das hätten die finanzierenden Banken verlangt. Warum haben die Banken das verlangt, haben die Sorgen um den Park?

Hug:  Nein, das war so im Rahmen der Finanzierung vereinbart. Auch hier sehen wir es als unsere Aufgabe an, alles Geld zu Beginn einer Investition in die Windparks zu stecken, nicht unnötig Liquidität zu halten. Das kann der Kunde auch alleine ohne uns und die Gebühren einer Beteiligung. Gerade für den Kurzläufer ist dieses Vorgehen sinnvoll, da wir nach 3,5 Jahren ja bereits verkaufen wollen – so viele Anteile an einem Windpark wie möglich.

ECOreporter.de: 200.000 Euro sind für offene Baukosten angefallen - was sind "offene Baukosten"?

Hug:  Alles mögliche: Arbeiten an den Wegen, Restzahlungen an den Turbinenhersteller, etc.

ECOreporter.de: Leonidas stellte den Investoren eine Ausschüttung für 2015 in Höhe von 3,5 Prozent in Aussicht statt der prognostizierten acht Prozent - werden die fehlenden 4,5 Prozent nachgezahlt?

Hug:  Bei einen Beteiligung kann immer nur das ausgeschüttet werden was:

    als Liquidität vorhanden ist
    von der finanzierenden Bank freigegeben wird

Von einem „Nachholen" kann man daher nicht sprechen. Allerdings kommt uns gerade die Optimierung hinsichtlich des Ankaufs, also so viel Anteile an einem Windpark wie möglich zu erwerben vor allem beim Verkauf zu Gute. Würden wir die Anlagen langfristig betreiben, so wäre es auf die Gesamtrendite gesehen auch ein Vorteil.
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