Erneuerbare Energie

„Letztlich lebte man vom Lieferantenkredit“ – ECOreporter.de sprach mit dem Insolvenzverwalter der City Solar AG

Der Solarprojektierer City Solar AG aus Bad Kreuznach steht unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Das bestätigte auf Nachfrage von ECOreporter.de der mit der Insolvenzverwaltung beauftragte Rechtsanwalt Justizrat Dr. Hans-Gert Dhonau von der Kanzlei Dhonau - Dickes, Bad Sobernheim. Ursache der finanziellen Schieflage des Solarunternehmens ist seinen Angaben zufolge die Strategie der City Solar bei der Projektfinanzierung. „Das Unternehmen hat keine richtige Bankfinanzierung aufgebaut. Deshalb gab es keine ausreichende Absicherung der Verbindlichkeiten. Letztlich lebte man vom Lieferantenkredit“, so Dhonau im Gespräch mit ECOreporter.de

Wie Dhonau weiter berichtete, wurden sämtliche Führungskräfte bei der City Solar ausgetauscht. Die vormaligen Geschäftsführer hätten ihrerseits bereits eine neue Gesellschaft gegründet. Ob sich aus der drohenden Insolvenz Ansprüche gegen einzelne Verantwortliche des Unternehmens ergäben, sei noch nicht geklärt. Auch aus Lieferverträgen könnten sich Ansprüche ableiten, sagte er.

Wie sind die Chancen auf einen Fortbestand der City Solar? „Das Unternehmen als solches ist wohl nicht mehr zu retten“, so der Anwalt. Bei genauerer Betrachtung habe sich gezeigt, dass bei der City Solar auch gar nicht von einem einheitlichen Unternehmen gesprochen werden könne. Es handele sich vielmehr um mehrere Einzelunternehmen unter einem Dach. Dhonau: „Diese Gruppe wird nicht zu retten sein, wohl aber einige Projekte. Ich hoffe, dass etwa die Hälfte der Mitarbeiter weiter beschäftigt werden kann von Interessenten an den Projekten, also 30 bis 40 Leute“.

Unterschiede in der Qualität zwischen deutschen und ausländischen Projekten des Unternehmens sehe er nicht, erklärte Dhonau gegenüber ECOreporter.de. Er rechnet bis Ende April, Anfang Mai mit einer Entscheidung über den Fortgang der City Solar.
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