Robinien-Bäume: 3.500 Lignum-Anleger hatten rund 65 Millionen Euro in solche Edelhölzer investiert. / Foto: Pixabay

04.07.17 Anleihen / AIF , Wachhund

Lignum-Insolvenz: Schlechte Nachrichten für die Anleger

Anleger der Lignum-Holzinvestments können nicht auf Geld aus der Insolvenzmasse der Lignum Edelholz Anlagen GmbH und anderer Lignum-Töchter hoffen.

Das zuständige Insolvenzgericht in Berlin-Charlottenburg hat vor kurzem mitgeteilt, dass der Antrag des Lignum-Unternehmens auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens "mangels Masse" abgewiesen wird. Die Lignum Edelholz Anlagen GmbH war laut Insolvenzeintrag im Bereich "Produktion und Verkauf von Edelhölzern" tätig. Sie hatte wie die ebenfalls insolvente Lignum Sachwert Edelholz AG ihren Sitz in Berlin. Rund 3.500 Lignum-Anleger haben etwa 70 Millionen in Edelholz-Plantagen in Bulgarien investiert, bis das Unternehmen den Vertrieb der Anlageprodukte im März 2016 einstellen musste – aufgrund von BaFin-Auflagen. Wenig später meldete die komplex aufgebaute Lignum-Gruppe Insolvenz an.

Das Insolvenzverfahren der Lignum Sachwert Edelholz AG, welche die Holzinvestments vermarktete, läuft derzeit noch. Jedoch wird es für die Anleger mangels Masse keine Insolvenzquote geben (wir berichteten). Die Lignum Holding GmbH, unter deren Dach sich beide Unternehmen befinden, ist ebenfalls pleite.

Weitere Lignum-Unternehmen ohne Insolvenzmasse

Auch bei den insolventen Töchtern Lignum Agrarberatung GmbH und Lignum Kommunikation GmbH ist offenbar nichts zu holen: Es gebe aufgrund fehlender Masse keine Insolvenzverfahren, berichtet der Verein Deutscher Finanzmarktschutz (DFMS) aus Naumburg, der sich für geschädigte Anleger einsetzt. "Da man die Anlegergelder wahrscheinlich in die Plantagen gesteckt hat und diese im Ausland zu finden sind, wird nicht mehr viel übrig bleiben", so Hilmar Heinze, Geschäftsführer des DFMS. Anleger sollten sich seiner Ansicht nach auf die möglichen Schadensersatzansprüche gegen Vermittler konzentrieren.  Über die Aussichten einer solchen Klage haben wir berichtet. 

Mehr über den Hintergrund der Lignum-Pleite lesen Sie in unserer mehrteiligen Serie. 
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