24.06.10 Erneuerbare Energie , Anleihen / AIF

Machtwort in Spanien - Regierungschef schließt rückwirkende Kürzungen von Solartarifen aus

Wer in spanische Photovoltaikprojekte investiert hat, kann aufatmen. Wie die spanische Wirtschaftszeitung "Cinco Días" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, hat Ministerpräsident Zapatero klar gestellt, dass die angestrebte Kürzung der Solarstromvergütung nur zukünftige Installationen betreffen wird. Damit bremste er Industrieminister Miguel Sebastián aus, der sich für eine rückwirkende Kürzung der Photovoltaiktarife ausgesprochen hatte und in dessen Zuständigkeit die Neuregelung der Solarstromvergütung fällt.

Die spanische Solarbranche und einflussreiche Investoren hatten vehement gegen die Pläne des Industrieministers protestiert (wir berichteten ausführlich, per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu dem Beitrag). Doch auch die angestrebten Kürzungen der Solarstromvergütung für neue Projekte sind ein schwer verdaulicher Brocken für die spanische Photovoltaik. Für Projekte auf Freiflächen soll die Vergütung um 45% sinken, bei Aufdachanlagen um 25% und  bei kleinen Aufdachanlagen um 5%. Schon am 1. Juli wird der endgültige Gesetzestext der nationalen Energiekommission CNE zur Begutachtung vorgelegt.

"Auf Grund der deutlich gestiegenen Effizienz der Module und Wechselrichter sowie der gesunkenen Produktionspreise ist eine Anpassung der zukünftigen Tarife absolut gerechtfertigt und sinnvoll", erklärt dazu Bastian Dittrich, geschäftsführender Gesellschafter des deutschen Solarfondsanbieter Low Carbon Germany GmbH. Ihr Low Carbon Solar 2 sammelt Anlegerkapital für Solarinvestments in Spanien (wir Opens external link in new windowberichteten).

Die Solar Opportunities S.L. (SOSL) hat für Low Carbon Germany Solarkraftwerke in Spanien gesichert. Paul Turney, Geschäftsführer der SOSL, weist darauf hin, dass eine rückwirkende Kappung der Solarstromvergütung sich nicht nur auf die Photovoltaikindustrie ausgewirkt hätte , sondern insbesondere auch auf die spanischen Banken. Spanische und ausländische Banken hätten rund 15 Milliarden Euro Fremdkapital zur Verfügung gestellt, welches ebenfalls von rückwirkenden Änderungen betroffen wäre.


Bildhinweis: Bastian Dittrich / Quelle: Low Carbon
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