Die internationale Solarindustrie hat in den vergangenen Monaten kräftig in neue Produktionskapazitäten investiert. Davon profitierten auch die Hersteller von Solar-Komponenten, Maschinen und Anlagen in Deutschland. / Foto: Fotolia

15.12.16 Erneuerbare Energie

Mehr Aufträge für deutsche Solarausrüster – Rückgang in China trotzdem spürbar

Deutsche Solarausrüster profitieren von steigenden Investitionen der internationalen Solarindustrie: Nach drei Quartalen sei der Auftragseingang der Photovoltaik-Anlagenbauer bereits höher als im Vorjahr, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit. Die Zahl der Aufträge übersteige die Zahl der ausgelieferten Anlagen deutlich.  Dennoch spüren die Solarausrüster auch hierzulande erste Folgen der massiven Überkapazitäten bei chinesischen Solarherstellern (wir haben über die Ursachen für den Preisverfall am Solarmarkt berichtet).


Der massive Preissturz bei Solarmodulen habe auch Auswirkungen auf die Investitionen im Produktionsbereich. Die Auftragsbücher sind nach VDMA-Angaben aber noch gut gefüllt. Im dritten Quartal 2016 sei ein Verhältnis von Bestellungen zu ausgelieferten Anlagen ("Book-to-Bill") von 1,5 erreicht worden. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im dritten Quartal allerdings um 14 Prozent gesunken. Im Gegensatz zum Vorquartal sei der Umsatz sogar um 35 Prozent zurückgegangen, hieß es.

Deutsche Solarausrüster exportieren verstärkt in die neuen Märkte

Große Hoffnungen setzten die deutschen Solarausrüster in neue Märkte wie Indien, Naher Osten oder Nordafrika. Zulieferer, die dort aktiv seien, rechneten für das kommende Jahr mit neuen Aufträgen aus diesen Regionen. "Die hohe Investitionstätigkeit der Solarzellenhersteller in den Ausbau bestehender und neuer Produktionskapazitäten verlangsamt sich, insbesondere in China. Die Produktion ist ausgelastet. Neue Aufträge kommen nun verstärkt aus dem asiatischen Raum außerhalb Chinas", erklärte Dr. Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Einen neuen Rekordwert habe die Exportquote der deutschen Zulieferer erreicht, mit 89 Prozent in den ersten neun Monaten des Jahres. Den größten Anteil am Umsatz hätten die Geschäfte in Ostasien mit 74 Prozent im dritten Quartal. 13 Prozent des Umsatzes seien in den USA erzielt worden und 11 Prozent in Deutschland. Die restlichen europäischen Länder verbuchten zusammen nur 2 Prozent.

Der Auftragseingang in den ersten neun Monaten 2016 habe sich insgesamt äußerst positiv entwickelt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liege er 72 Prozent höher. Zwar seien die Aufträge im dritten Quartal gegenüber dem zweiten um knapp ein Drittel zurückgegangen, aber: "Die Auftragslage war auch im dritten Quartal 2016 gut. Wir sehen für die nächsten Monate eine weitere Verlagerung in die neuen Märkte", sagte Dr. Jutta Trube, Leiterin von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. Zudem würden viele bestehende Anlagen mit effizienteren Technologien aufgerüstet.
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