Repowering eines Windparks: Auch als Photovoltaik-Projektierer will sich ABO Wind aus Wiesbaden weltweit engagieren - und plant deshalb die Emission einer Wandelanleihe. / Foto: Unternehmen

05.12.17 Anleihen / AIF

Mehr Wachstum: ABO Wind will Wandelanleihe emittieren

Projektentwickler ABO Wind aus Wiesbaden will eine Wandelanleihe ausgeben. Über die Emission können die Aktionäre der Gesellschaft bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 20. Dezember entscheiden. Stimmt die Hauptversammlung zu, soll im Frühjahr 2018 eine Wandelanleihe mit einem Volumen von mindestens 10 Millionen Euro platziert werden. "Während der voraussichtlich zweijährigen Laufzeit sollen Zeichner die Anleihen zu einem Wandlungspreis zwischen 15 und 20 Euro in Aktien umtauschen können", teilte das Unternehmen mit.

Derzeit liegt der Kurs der ABO Wind-Aktie an der Hamburger Börse bei 11,95 Euro (5.12., 8 Uhr). Damit hat die Aktie innerhalb eines Jahres rund 70 Prozent an Wert gewonnen.

Mit dem Emissionserlös will ABO Wind seine internationalen Aktivitäten vorantreiben. Eine erfolgreiche Platzierung der Anleihe würde das internationale Wachstum beflügeln und böte die Möglichkeit, die Vorfinanzierung für Projekte aus eigener Kraft zu stemmen, hieß es.

Die Wiesbadener haben bereits begonnen, Wind- und Solarprojekte beispielsweise im Iran, in Kanada, Tansania, Tunesien und Griechenland zu entwickeln. In Ländern wie Frankreich, Spanien oder Argentinien ergänze die Solar-Entwicklung nun das Windkraftgeschäft.

Das erste kleinere Projekt im Iran sei bereits am Netz,  größere Projekte seien planerisch fortgeschritten. In Tunesien bewirbt sich ABO Wind aktuell über eine Ausschreibung um eine Vergütung für den Ökostrom. 

Wandelanleihe soll das Eigenkapital stärken

Mittelfristig solle die Wandelanleihe das Eigenkapital stärken: "Es ist uns wichtig, auch bei einer deutlichen Ausweitung der internationalen Geschäftstätigkeit die Solidität der Bilanzkennzahlen zu bewahren. Auch dabei kann uns die Emission helfen", sagt ABO-Wind-Vorstand Dr. Jochen Ahn.

Die Situation und Entwicklung des Unternehmens schafften eine günstige Basis, um weitere Investoren zu gewinnen. Aber: "Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weniger als sechs spiegelt die Börsenbewertung die Stärke unseres Unternehmens nicht adäquat wider", so Ahn. Die unmittelbare Platzierung neuer Aktien sei daher weniger attraktiv und die Platzierung einer Wandelanleihen eine interessante Alternative.

Für 2017 prognostiziert das Unternehmen einen ebenso hohen Gewinn wie im Vorjahr. Der Jahresüberschuss des ABO Wind-Konzerns hatte sich 2016 auf 16,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt (2015: 7,8 Millionen Euro).  Auch für die folgenden Jahre seien die Aussichten gut. Allerdings erwartet der Vorstand dann nicht ganz so hohe Gewinne wie in den Rekordjahren 2016 und 2017.

Seit längerer Zeit internationaler aufgestellt

ABO Wind sehe sich bestens gerüstet, die aktuell schwierigen Bedingungen in Deutschland zu meistern, unter denen insbesondere die Hersteller litten. "Wir haben bereits vor drei Jahren auf Diversifizierung gesetzt und unsere internationalen Aktivitäten weiter ausgebaut. Davon profitieren wir nun", so Ahn.

Bis 2016 trug das internationale Geschäft rund ein Drittel zum Umsatz der Wiesbadener bei. In diesem Jahr steige der Anteil auf die Hälfte und mittelfristig voraussichtlich auf zwei Drittel. "Deutschland bleibt unser wichtigster Markt. Schwankungen gleichen wir mit umfangreichen internationalen Aktivitäten aus", sagt Ahn. Der Vorstand zeigte sich zuversichtlich, dass auch in Deutschland weiterhin Bedingungen herrschen, die eine erfolgreiche Entwicklung von Erneuerbaren-Energien-Projekten ermöglichten.

ABO Wind AG: ISIN DE0005760029 / WKN 576002


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