Fahrräder von MIFA im Einsatz. Das Unternehmen aus Sangerhausen produziert unter anderem eBikes. / Foto: Unternehmen

02.12.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

MIFA-Pleite: Insolvenzverfahren läuft – Verhandlungen mit Investoren

Unmittelbar nachdem der bisherige Vorstandsvorsitzende Thomas Mayer seien Hut genommen hat, ist nun das reguläre Insolvenzverfahren des Fahrradherstellers MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke eröffnet worden. Als Grund gab das zuständige Gericht Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit an. Der im Amt bestätigte Insolvenzverwalter Lucas Flöther kündigte indes an, dass die Produktion ab Januar 2015 wieder hochgefahren werde. Dank des dann geltenden Mindestlohns bekommen einige der 600 Mitarbeiter trotz der Insolvenz mehr Geld.

Das Amtsgericht Halle hat das Regelinsolvenzverfahren gegen die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt eröffnet. Das Verfahren führt der bislang nur als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzte Rechtsanwalt Lucas Flöther. Trotz der Insolvenz werde MIFA ab Januar 2015 von saisonal bedingter Kurzarbeit auf Normalbetrieb umstellen, so Flöther. Allerdings werde die Arbeitszeit zugleich von derzeit 40 auf 35 Wochenstunden reduziert. Weil aber ab Januar auch bei MIFA der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt wird, steigen die Gehälter der Belegschaft. „Der Großteil der Mitarbeiter bekommt dank des Mindestlohns trotz weniger Arbeit zukünftig mehr Lohn“, erklärte Flöther gegenüber Medienvertretern. Allerdings kommen diese Kosten ab Januar 2015 dann wieder auf die MIFA selbst zu, weil das staatlich garantierte Insolvenzgeld ausläuft.

Verhandlungen über konkrete Kaufangebote

Optimistisch gibt sich der Insolvenzverwalter in Sachen Investorensuche. Derzeit werde intensiv mit mehreren namhaften Unternehmen über konkrete Kaufangebote verhandelt, so Flöther.  Zu den potentiellen Großinvestoren zählen aktuell der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer und die Deutsche Balthon AG. Maschmeyer hatte in der Vergangenheit in Aussicht gestellt, möglicherweise weiteres Geld bei MIFA zu investieren, allerdings war der Finanzunternehmer im November bei Gericht mit einer Beschwerde gegen die Einsetzung von Insolvenzverwalter Flöther gescheitert. Zudem war der erst vor zwei Monaten berufene Alleinvorstand Thomas Mayer, der als Wunschkandidat Maschmeyers galt, am vergangenen Wochenende mit sofortiger Wirkung zurückgetreten (mehr erfahren Sie  hier (Link entfernt)).

Die Deutsche Balaton AG war unter dem Vorbehalt der Umsetzung eines Sanierungskonzepts eingestiegen, dass sie selbst vorgelegt hatte.  Darin ist ein Kapitalschnitt vorgesehen. Von der Insolvenz sind auch zahlreiche Anleihegläubiger betroffen, die dem Unternehmen 2013 25 Millionen Euro anvertraut hatten. Für diese Anleger der MIFA AG  wäre die Sanierung nach dem Plan der Deutschen Balaton AG mit deutlichen Einschnitten verbunden (ECOreporter.de  berichtete).

Den Insolvenzantrag stellte MIFA vor knapp zwei Monaten, nachdem ein Rettungsversuch durch den indischen Fahrradhersteller Hero Cycles  gescheitert war. Die Schieflage des Fahrradherstellers war durch Fehler in der Bilanzführung mehrerer Jahre ausgelöst worden, die zu einem Finanzloch in zweistelliger Millionenhöhe geführt hatten.

MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 / WKN A0B95
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