Sonnenstrom aus Wüstenregionen soll in Zukunft eine größere Rolle im Energiemix Nordafrikas und des Mittleren Ostens spielen. / Grafik: Fotolia (Thaut)

  Erneuerbare Energie

Milliardeninvestitionen fördern Grünstrom-Boom der MENA-Region

Im Mittleren Osten und in Nordafrika sind die Erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch. 2012 wurden in dieser sogenannten MENA-Region 2,9 Milliarden Dollar in Grünstromprojekte investiert - 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Verglichen mit den Investitionen, die 2004 in den Grünstromsektor dieser Staaten floss, ist das sogar mehr als sechs Mal so viel. Das geht aus dem aktuellen MENA Renewables Status Report hervor, der sich der Region Naher und Mittlere Osten und Nordafrika (MENA) widmet. 
Maßgebliche Akteure bei der Finanzierung sind unter anderem die Europäische Investment Bank, die französische Agence Française de Développement (AFD), und die Weltbank. Ebenfalls sehr aktiv sind die Vereinten Natuionen, die African Development Bank und die staatliche deutsche KfW Bank.

Der Statusbericht zählt 106 Grünstromprojekte in verschiedenen Entwicklungsstadien in der Region, die nach ihrer Fertigstellung zusammen auf 7.500 Megawatt (MW) Leistungskapazität kommen sollen. Seit 2008 hat sich die Grünstromkapazität der Region damit mehr als vervierfacht. Die Photovoltaikleistung der 18 MENA-Staaten hat sich allein zwischen 2008 und 2011 mehr als verdoppelt. Als treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sehen die Studienautoren unter anderem, dass in elf der 18 Staaten der Region staatliche Förderinstrumente wie beispielsweise eine Einspeisevergütung oder Steuervorteile eingesetzt wurden, um den Grünstromsektror voranzubringen. Zudem hätten sich auch große Ölkonzerne erste Grünstromanlagen errichten lassen (ECOreporter.de berichtete).
Der Studie zufolge gibt es trotz der politisch angespannten Lage in einigen wichtigen MENA-Staaten - beispielsweise in Ägypten - Anzeichen dafür, dass der Boom fortgeführt wird. Viele der 18 Staaten hätten damit begonnen, ihre Politik darauf auszurichten, die die Produktion an verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette ins jeweilige Land zu holen. Hierzu zählen die Studienautoren neben Ägypten auch Tunesien, Marokko und die Arabischen Emirate. Insgesamt 19 der 21 MENA-Staaten haben sich dem Report zufolge teilweise ehrgeizige Ziele gesetzt. Diese reichen von zwei bis 40 Prozent der Energieversorgung bis 2020.
Herausgegeben wird der Renewables Enrgy Status Report fortlaufend von dem Netzwerk REN 21 in Zusammenarbeit mi der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
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