Die Ökostromsparte der Enel Green Power SPA könnte schon bald das Kernelement des Energiekonzers Enel sein. Im Bild: Windräder von Enel Green Power / Foto Unternehmen

13.01.16 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Milliardenschwerer Rückkauf von Enel Green Power bald vollzogen?

Der italienische Energieriese Enel hat eine wichtige Hürde bei seiner Neuausrichtung genommen. Deshalb könnte die bislang noch eigenständig börsennotierte Ökostromsparte Enel Green Power SPA schon bald das Kernelement des römischen Energiekonzerns sein.

Enel Green Power SPA ist weltweit als Betreiber, Planer und Errichter von Ökokraftwerken aktiv. Dabei macht das Unternehmen Milliardenumsätze. Schon jetzt ist der Mutterkonzern Enel entscheidender Mehrheitsaktionär der Tochtergesellschaft - mit 70 Prozent aller Anteile von Enel Green Power. Doch um sich für die Zukunft neu aufzustellen, soll Enel Green Power wieder komplett zu Enel gehören. Das will sich Enel rund 3,1 Millionen Euro kosten lassen. Diesem Ziel ist der Energieriese nun einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Denn die verbleibenden Enel-Green-Power-Aktionäre haben dem milliardenschweren Übernahmeplan zugestimmt. Damit könnte die Transaktion bereits bis Ende des ersten Quartals 2016, also bis Ende März, vollzogen werden, hieß es. Kommt es so, endet die Ära von Enel Green Power als eigenständige Ökoaktie nach knapp fünf Jahren.

Enel folgt dem Weg von Iberdrola und EDF

2010 hatte Enel Green Power an der Börse debütiert. Um die Komplettübernahme realisieren zu können, will Enel die eigene Kapitalausstattung mit der Ausgabe neuer Aktien entsprechend erhöhen. Die Enel-Green-Power-Aktionäre tauschen ihre Aktien grob gesagt im Verhältnis 2 zu 1 gegen Enel-Aktien (mehr zu dem Angebot lesen Sie in diesem ausführlichen  Bericht (Link entfernt)). Das steht nach der jüngsten Aktionätrsversammlung bei Enel Green Power fest. Enel folgt damit einem spanischen und einem französischen Beispiel. Der spanische Energiekonzern Iberdrola hatte schon 2011 die Iberdrola Renovables SA nach fünf Jahren an der Börse wieder reintegriert. Ebenso verfuhr die französische EDF mit EDF Énergies Nouvelles. Letztere war 2006 an die Börse gegangen und 2011 zu 100 Prozent von EDF zurückgekauft worden.

Enel Green Power investiert erstmals in Deutschland

Unterdessen hat Enel Green Power SPA erstmals den deutschen Ökostrommarkt betreten. Heute gab die Ökostromspezialistin die mehrheitliche Übernahme der Erdwärme Oberland GmbH bekannt. Dabei handelt es sich um eine Projektgesellschaft zu einem Geothermie-Vorhaben in Weilheim, 50 Kilometer südwestlich von München. Verkäufer sei die Erdwärme Bayern GmbH & Co. KG. Kostenpunkt 22 Millionen Euro.  Das Geothermie-Vorhaben der Erdwärme Oberland GmbH soll Enel Green Power zufolge bis zu 26 Megawatt Leistungskapazität erreichen. Francesco Venturini, CEO von Enel Green Power, kündigte an, dass das Unternehmen weiter in Deutschland investieren wolle sowohl im Bereich Geothermie als auch in andere Erneuerbare Energien.

Enel Green Power SPA: ISIN IT0004618465 / WKN A1C5AT
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