30.03.13 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Miserable Jahresbilanz der aleo solar AG – weitere Verluste angekündigt

Die aleo solar AG hat nun die offiziellen Zahlen für das Geschäftsjahr 2012 veröffentlicht. Wie bereits vorläufig gemeldet schrumpfte der Umsatz um 39 Prozent auf 279,9 Millionen Euro. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) wurde ein Fehlbetrag in Höhe von 77,0 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit wurde der operative Verlust des Vorjahres von 30,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Er ist auch noch höher ausgefallen als im Januar vorläufig gemeldet (wir Opens external link in new windowberichteten). Die EBIT-Marge fiel auf minus 27,5 Prozent nach minus 6,6 Prozent in 2011. Der Verlust je Aktie sprang von 2,47 auf 6,48 Euro.

Das börsennotierte Solarunternehmen mit Sitzen in Oldenburg und Prenzlau gehört mehrheitlich der Robert Bosch GmbH. Deren Aktienanteil liegt aktuell bei 90,7 Prozent. Die hat vor kurzem den Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung angekündigt und dies mit den hohen Verlusten im Solargeschäft begründet (per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu unserem Bericht darüber). Unabhängig von diesem Verkauf hat die Robert Bosch GmbH der aleo solar AG die Finanzierung bis Ende März 2014 zugesichert.

Im Geschäftsjahr 2012 litt die aleo solar AG nach eigenen Angaben unter einem äußerst schwierigen Branchenumfeld: „Die Nachfrage ging in vielen europäischen Märkten zurück, zugleich setzte sich der massive Preisverfall für Solarmodule fort. Darauf hat die aleo solar AG mit einem Umbau des Unternehmens reagiert: Das Joint Venture avim solar mit der Modulfertigung in China wird aufgelöst, das Werk in Spanien wurde geschlossen. Daraus resultierten hohe Einmalkosten, die das EBIT belasteten“, erläutert York zu Putlitz, Vorstandsvorsitzender der aleo solar AG.

York zu Putlitz gibt sich zuversichtlich, dass aleo Solar die Branchenkrise überstehen kann: „Mit Hilfe der Fertigungskompetenz der Bosch-Gruppe haben wir unsere Produktivität gesteigert. Wir bieten über unser eigenes Vertriebsnetzwerk auch künftig Qualitätsmodule aus Deutschland an.“ Neben Deutschland seien Italien, Frankreich und Griechenland die wichtigsten Absatzmärkte des Unternehmens. Das Geschäft in den USA soll weiter wachsen. Der Auslandsanteil am Umsatz lag im Jahr 2012 bei rund 58 Prozent.

Der Vorstandsvorsitzender erwartet auch 2013 ein schwieriges Geschäftsjahr für die aleo solar AG. In wichtigen europäischen Märkten seien teils starke Einschnitte bei den Einspeisevergütungen erfolgt. Deshalb rechne das Unternehmen in wichtigen Absatzmärkten mit einem Rückgang der Neuinstallationen, was zu einer Umsatzrückgang führen werde. Zudem geht York zu Putlitz von einem weiterhin scharfen Wettbewerb aus, auch wenn sich der Preisverfall für Solarmodule abschwächen werde. Die aleo solar AG erwarte daher für das Geschäftsjahr 2013 ein deutlich negatives Ergebnis.

Der bisherige Vorsitzende des Aufsichtsrats des Unternehmens, Dr. Siegfried Dais, hatte sein Aufsichtsratsmandat aufgrund seines Ausscheidens aus der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH niedergelegt.  Der Aufsichtsrat habe am 19. März 2013 Dr. Stefan Hartung zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt, hieß es nun. Auch Vorstand Dr. Jens Sabotke verlässt aleo Solar. Er wird den Angaben zufolge zum 31. März 2013 aus dem Vorstand der aleo solar AG ausscheiden. Seinen Aufgabenbereich übernehme der derzeitige Betriebsleiter des Werks Prenzlau, Günter Schulze, dieser werde zum 1. April 2013 Mitglied des Vorstands (CTO) der aleo solar AG.

aleo solar AG: ISIN DE000A0JM634 / WKN A0JM63
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x