09.04.10 Finanzdienstleister

Missionsarbeit am nachhaltigen Investment – die Kirchenbank EKK




Vor 40 Jahren haben Mitglieder aus Kirche und Diakonie die EKK als Genossenschaftsbank mit Sitz in Kassel gegründet. Dazu gehören unter anderem Landeskirchen, Kirchengemeinden, Stiftungen, kirchliche oder diakonische Verbände und Vereine. Als Bank mit christlichem Auftrag soll sie christliche Einrichtungen bei ihren am Gemeinwohl orientierten Aufgaben unterstützen, indem sie Finanzdienstleistungen und Lösungen im Finanzmanagement anbietet. „Mit dem Geld, das Kirche und Diakonie bei uns anlegen, finanzieren wir kirchliche und diakonische Einrichtungen und deren Mitarbeitende. Wir verstehen uns als Partner von Kirche und Diakonie“, erläutert Vorstand Thomas Katzenmayer das Selbstverständnis der Bank. „Verpflichtet sind wir dem Grundprinzip der christlichen Solidarität. Reine Gewinnmaximierung ist nicht unser strategisches Ziel. Die Gewinne fließen wieder an Kirche und Diakonie und eben nicht an Aktionäre zurück“, ergänzt der Vorstand.

Die EKK hat sowohl institutionelle Kunden als auch private Kunden. Bei den institutionellen Kunden handelt es sich laut Katzenmayer überwiegend um Einrichtungen aus den Bereichen Kirche, Diakonie und freie Wohlfahrtspflege. Man müsse nicht Genossenschaftsmitglied werden, um bei der EKK Kunde zu sein. Zu den privaten Kunden zählen vor allem haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeitende in Kirche und Diakonie. Zudem spricht die EKK Kunden an, die eine soziale oder theologische Ausbildung absolvieren.

Nach ihrer Gründung im Dezember 1969 nahm die EKK ihre Tätigkeit als „Evangelische Kreditgenossenschaft Kurhessen“ auf und ist danach durch den Zulauf von Kunden aus anderen Landeskirchenkreisen stark gewachsen. Mittlerweile verfügt die EKK über zwölf Filialen in sechs Bundesländern, um den Kunden näher zu kommen. Zudem hat die Kirchenbank seit 1998 eine Vertretung in Wien. 2005 schloss sich die EKK mit der bayerischen Acredobank eG zusammen, ebenfalls eine Genossenschaftsbank für Kirche und Diakonie.

Seither vereint die Kirchenbank zwei soziale Stiftungen unter einem Dach, die EKK- und die Acredo-Stiftung. Die EKK-Stiftung konzentriert sich auf die Förderung der beruflichen Erwachsenenbildung, während die Acredo-Stiftung kirchliche und gemeinnützige Projekte ihrer institutionellen Kunden unterstützt. Die Stiftungen haben bislang knapp 1 Million Euro für mehr als 250 Projekte bereitgestellt. Vorstand Katzenmayer betont die Bedeutung des sozialen Engagements für die EKK: „Wir sind stolz darauf, dass mehr als 60 Prozent unserer Mitarbeitenden in einem Ehrenamt in Kirche und Diakonie tätig sind“, hebt er hervor. Wie er ausführt, will die EKK fortan externe Aufträge systematisch an soziale Einrichtungen wie integrative Werkstätten vergeben. Für die Verpflegung der Mitarbeiter mit Kaffee und Tee seien zudem TransFair-Produkte der gepa eingeführt worden.

„Die Identifikation mit den Werten von Kirche und Diakonie ist für die EKK eine wichtige Maxime in ihrem Handeln“, so Katzenmayer weiter. Deshalb orientiere sich die EKK am Begriff der Nachhaltigkeit bzw. des nachhaltigen Wirtschaftens, theologisch formuliert: an „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“. Umweltaspekte spielen für die EKK ebenfalls eine große Rolle. Die Kirchenbank bezieht ihren Strom über den Ökostromanbieter naturstrom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien. Auf dem Dach des EKK-Gebäudes in Kassel liefere zudem eine eigene Solaranlage klimaschonend erzeugten Strom. Einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht hat die EKK allerdings bislang nicht vorgelegt. Die Erstellung werde gegenwärtig geprüft, war auf Nachfrage zu erfahren.

Nicht zuletzt setzt die Bank ihren Anspruch auf Nachhaltigkeit auch in finanzielle Realität um. Für ihre eigenen Anlagen hat die Kirchenbank einen Nachhaltigkeitsfilter entwickelt. Um zu gewährleisten, dass ihre eigenen Investments im Einklang mit ihrem Anspruch auf Nachhaltigkeit stehen. Dieses Selektionsinstrument wurde gemeinsam mit dem auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisierten Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft (imug) aus Hannover entwickelt. Mit der Einführung eines individuellen Nachhaltigkeitsfilters im Laufe des zweiten Quartals 2010 will es die EKK zudem auch ihren Kunden ermöglichen, das eigene Depot auf Nachhaltigkeit analysieren zu lassen. Auch soll in jeder EKK-Filiale ein Berater als Ansprechpartner für nachhaltige Geldanlagen zur Verfügung stehen. Dafür werden Mitarbeiter der EKK derzeit „flächendeckend“ zum ‚Fachberater für Nachhaltiges Investment’ (Opens external link in new windowwww.eco-anlageberater.de) ausgebildet.

Die Kirchenbank fasst das nachhaltige Investment also durchaus als Mission auf. Bereits 1991 hat sie einen Öko-Aktienfonds aufgelegt. Weitere folgten. So beteiligte sich die EKK an der Entwicklung der an christlichen Grundwerten ausgerichteten KCD-Fonds. Das KCD im Titel steht für Kirche, Caritas und Diakonie. Vorstand Katzenmayer dazu: „Alle von uns aufgelegten Fonds werden nach nachhaltigen Kriterien gemanagt. Nachhaltige Produkte bilden einen Schwerpunkt unserer Angebotspalette.“ Die EKK strebe an, „nachhaltige Trends und Neuerungen im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen zu erkennen und zu gestalten und die Interessen kirchlich geprägter Anleger zu vertreten“.
Bildhinweis: Die Standorte der EKK. / Quelle: Unternehmen
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