29.06.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Mit offenem Mund staunen ... – Editorial von ECOreporter.de-Chefredakteur Jörg Weber

Diese Woche staunen viele Menschen über das, was sie über Erneuerbare Energien erfahren: Da will ein Konsortium unter Leitung der Münchener Rückversicherung 400 Milliarden Euro in Solaranlagen in Afrika stecken. Ein anderes Unternehmen macht auf sich aufmerksam, weil es Solarzellen ins All schießen will und den Strom auch per Kabel zur Erde leiten könnte. Wem das alles noch nicht exotisch genug ist, der kann darüber lesen, SolarWorld wolle den 1. FC Köln sponsern. Und das ganze Theater spielt vor einem düsteren Hintergrund, vor dem Konkurs von Arcandor mit Karstadt und Quelle, vor dem immer noch nicht geretteten Patienten Opel und vielen anderen Finanzkrisen-Meldungen.

Sind Erneuerbare Energien und nachhaltiges Wirtschaften also der Schopf, der alles aus dem Sumpf ziehen wird? Muss man jetzt nur grün investieren, um bald richtig reich zu werden und der Krise zu entrinnen?

Langfristig gesehen: ja. Auf kurze Sicht: Nein. Sehen Sie sich die Nachrichten an: Wie soll denn der Strom aus der Sahara nach Europa kommen? Die Stromtrassen werden in zehn oder 15 Jahren fertig sein. Wenn es schnell gehen sollte. Strom aus dem All? Eher in 220 Jahren, wenn überhaupt. SolarWorld in der Bundesliga? Komplett ohne Bedeutung.

Aber langfristige Investments in nachhaltige Unternehmen werden sich trotzdem lohnen. Übrigens: Über die Studie zu dem Solarprojekt in der Wüste hatte ECOreporter.de bereits Wochen zuvor berichtet, bevor das Konsortium an die Öffentlichkeit trat.

Ihr Jörg Weber
Chefredakteur ECOreporter.de
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