Für das Bauvorhaben Nativus Bay wird MHI Vestas Offshore Wind keine Offshore-Windräder verschiffen. / Foto: Vestas

19.10.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Möglicher Offshore-Großauftrag für Vestas geplatzt

Rückschlag für die dänische Vestas im Offshore-Windkraftgeschäft: Die Aussichten auf einen Großauftrag für ein Projekt in britischen Gewässern haben sich zerschlagen. Die Regierung verweigerte dem Offshore-Windpark Nativus Bay die Genehmigung. Die Offshore-Sparte von Vestas wäre bevorzugter Lieferant gewesen.

Bis zu 78 Windräder der Acht-Megawatt-Klasse sollten westlich der Isle Of Wight für das Projekt errichtet werden. Im Mai 2015 war durchgesickert, dass das Gemeinschaftsunternehmen von Vestas und Mitsubishi, MHI Vestas Windpower, dazu als bevorzugter Lieferant für das Vorhaben ausgewählt worden war. 

Aus dem erhofften Auftrag wird jedoch nichts: Die britische Regierung hat dem zuvor schon umstrittenen Großvorhaben die Zustimmung verweigert. Das hat der Windradhersteller aus Århus jetzt bekannt gegeben. Näheres zur Begründung für den Beschluss machte Vestas nicht bekannt. Nur so viel: Die Ablehnung werde von den Bauherren widerspruchslos anerkannt.
Ein Grund dafür dürfte die relative Nähe zur Jura-Küste („Jurrasic Coast“) sein. Dieser 150 Kilometer lange Küstenabschnitt wurde 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Steinformationen dort sind zwischen 65 Millionen und 250 Millionen Jahre alt. Sie gelten seither als Naturphänomene von außerordentlicher Schönheit.

Vorhaben zwischenzeitlich umgeplant

Entwickelt wurde Nativus Bay von einem Gemeinschaftsunternehmen der Projektierer Eneco Wind UK und EDF Energy Renewables. Ursprünglich sollte der Offshore-Windpark noch deutlich größer werden als die nun gekippte Variante: Bis Februar 2014 wurden sogar Windräder mit bis zu 970 MW Gesamtkapazität geplant. Um jedoch die Sicht auf die Jura-Küste nicht zu stören, hatten die Entwicklerdann umgeplant: Der Windpark sollte weiter draußen auf See entstehen und aus weniger Anlagen mit geringer Nabenhöhe bestehen. Das alles reichte dann aber doch nicht für eine Genehmigung durch die zuständigen Behörden.

Vestas erklärte, die Absage an das Großprojekt habe keinerlei Einfluss auf die Auftragslage bei Vestas. Schließlich sei aus der Vorauswahl als bevorzugter Lieferant kein belastbarer Auftrag entstanden. MHI Vestas Offshore Wind ist eine Joint Venture, das Vestas mit Mitsubishi führt.
Vestas-Aktie klettert
Bis zum Mittag blieb der Aktienkurs von Vestas im Xetra der Deutschen Börse davon unbeeindruckt im Aufwärtstrend. Bis 12:23 Uhr legte die Vestas-Aktie knapp 2,1 Prozent an Wert zu und erreichte 50,65 Euro. In den vergangenen vier Wochen hat die Aktie damit 4,4 Prozent Kursgewinn erzielt. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate steigerte sie sich damit sogar um 118 Prozent.  
Vestas Wind Systems: ISIN DK0010268606 / WKN 913769

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