Installation einer Windkraftanlage auf See - offshore. Strom aus Offshore-Windkraft wird besonders hoch vergütet und auf See werden immer mehr Anlagen errichtet. Entsprechend steigt der Finanzierungsbedarf für die Vergütung von Windstrom. / Quelle: Senvion

09.10.15 Erneuerbare Energie

Muss eine steigende EEG-Umlage Haushalte nicht neu belasten?

Am kommenden Donnerstag, dem 15.10.2015, wollen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für 2016 bekannt geben. Sie könnte wieder ansteigen, nachdem sie 2015 erstmals geringer ausgefallen war als im Vorjahr. Laut dem Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland muss das aber nicht zu steigenden Strompreisen führen.

Die deutschen Stromverbraucher finanzieren mit der EEG-Umlage die festen Einspeisetarife, die Betreiber von Ökostromkraftwerken von den Netzbetreibern für ihren Strom erhalten. Diese zahlen ihnen für den Grünstrom die Tarife, den das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festlegt. Die liegen höher als der übliche Stromtarif, die EEG-Umlage gliecht diese Kluft aus. Je mehr Ökostromkraftwerke ans Netz kommen und je mehr Strom aus erneuerabrer Energie erzeugt wird, desto mehr Geld wird für die Zahlung der Grünstrom-Tarife benötigt. Die EEG-Umlage kassieren die Versorger mit der Stromrechung und leiten sie auf das so genannte EEG-Konto weiter. Dieses war vor einem Jahr so gut gefüllt, dass die EEG-Umlage für 2015 von 6,24 Cent pro Kilowattstunde Strom in 2014 auf 6,17 Cent verringert wurde.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) erwartet für 2016 eine stabile oder leicht steigende EEG-Umlage in Höhe von 6,2 bis 6,5 Cent. Nach seiner Einschätzung wären steigende Strompreise für private Verbraucher deshalb aber nicht zu rechtfertigen. Der Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche weist darauf, dass der starke Ausbau der alternativen Energien dazu geführt hat, dass die Preise an der Strombörse, an der große Stromverbraucher sich ihre Versorgung sichern, stark gesunken sind. Denn durch die Energiewende stammt die Stromversorgung zu immer größeren Teilen aus günstig produzierenden Ökostromkraftwerken, für die Betreiber ja im Gegensatz etwa zu Kohlemeilern keine fossilen Brennstoffe einkaufen müssen. Aber je billiger der Börsenpreis ist, desto größer fällt die Kluft aus zwischen dem Strompreis und den EEG-Tarifen aus. Absurderweise steigt daher der Finanzierungsbedarf für die EEG-Umlage. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung in den vergangen Jahren immer mehr Großverbraucher aus der Industrie von der EEG-Umlage befreit hat, so dass die anderen umso stärker belastet werden.

Der BEE argumentiert, dass die fallenden Preise an den Strombörsen es nun auch den Versorgern ermöglichen müssten, den Stromkunden bei den Preisen entgegen zu kommen. „Die seit Jahren sinkenden Strompreise an der Börse halten die Preiswaage für die Haushaltskunden im Gleichgewicht“, sagt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE. Selbst bei einer leichten Erhöhung der EEG-Umlage sei eine leichten Absenkung der Haushaltspreise möglich. Denn mit dem Fortschreiten der Energiewende werde der Börsenstrompreis weiter fallen, zum Vorteil der Stromversorger.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x