21.07.09 Finanzdienstleister , Fonds / ETF

Nachhaltig anlegen für die Altersvorsorge - Nachholbedarf bei den Anbietern




Immer  mehr  Menschen  machen  sich  Gedanken  darüber,  wie  sie  ihre  Altersvorsorge  nach  ökologischen,  sozialen  und  ethischen  Kriterien  ausrichten können. Die aktuelle Wirtschaftslage  fördert  diesen  Trend.  Der  Obama-Effekt  unterstützt das  Interesse an Nachhaltigkeit. Die USA  schwenken bei der Klima- und der Energiepolitik  um, sie investieren hunderte Milliarden Dollar in Erneuerbare Energien und Umwelttechnologien.

Mehr Nachhaltigkeit in der Altersvorsorge

Seit einigen Jahren steigen die Marktanteile ökologisch orientierter Vorsorgeprodukte beständig.  Auch die Zeichen für mehr Nachhaltigkeit in der Altersvorsorge stehen nun auf Wachstum. Einige  Spezialanbieter,  insbesondere  von fondsgebundenen Altersvorsorgeprodukten, haben das Thema bereits umgesetzt und ihre Fondspaletten um  nachhaltige Varianten erweitert. Bei den Produkten also wächst die Nachhaltigkeit – und bei den  Anbietern selbst? Hier bleibt Nachholbedarf. So haben es nur drei Anbieter in die Spitzengruppe der Versicherungsgesellschaften  geschafft. Sie haben  in einer Branchenanalyse der Nachhaltigkeitsagentur oekom  research  aus München mit der Note „B-“ abgeschnitten und gehören damit  zu den Spitzenreitern: Storebrand, Friends Provident und Legal & General.

Anleger können mittlerweile in allen drei Bereichen der Altersvorsorge auf nachhaltige Fondspolicen zurückgreifen.  Der  britische  Anbieter Friends Provident beispielsweise bietet den Kunden in Deutschland eine Direktversicherung an, eine Rürup-Rente und eine private Rente. Die Direktversicherung und die Rürup-Rente sind  für breite Schichten der Bevölkerung auf Grund der staatlichen Förderung über Steuervorteile interessant. Auf dem Heimatmarkt in Großbritannien zählt Friends Provident zu den Nachhaltigkeitspionieren.  Hier hat das Unternehmen bereits 1984 den ersten nachhaltigen Fonds für Privatanleger gestartet, den Stewardship Unit Trust. 

Flexibilität unterstützt die Vermögensbildung

Wie leistungsfähig Altersvorsorge-Produkte  sind, hängt davon ab, welche Möglichkeiten sich  bieten, um längerfristig ein Vorsorge-Vermögen  für die Zusatzrente aufzubauen, in dem die Beiträge über eine Laufzeit von 20 und 30  Jahren  rentabel angelegt werden. Dabei kommt es entscheidend auf die Fondsanlage und die Flexibilität der Police an. Die Fondspolicen der neuen  Generation bieten Lösungen für ein lebenslanges  Investment an. Sie können alle Anlagestrategien  und  gemanagte  Lösungen  beinhalten,  die  der  Markt zu bieten hat. Zudem sind sie  in der Anspar- und Rentenphase so flexibel, dass der Kunde  auf  unterschiedliche  Börsenszenarien  und  Lebenssituationen  reagieren  kann - ohne das  Produkt irgendwann einmal wechseln zu müssen. Denn das wäre wegen der Abgeltungssteuer  für den Versicherungskunden ein Nachteil. 

Wichtig: Klarheit und Verständlichkeit

Wer  für  seine Altersrente spart, sollte einige wichtige Punkte beachten. Beispielsweise  sollte  sich das, was  in den Verkaufsunterlagen  steht, auch in den Versicherungsbedingungen wiederfinden und nicht durch Klauseln eingeschränkt  sein.  Gerade beim Thema  Garantieversprechen  muss der Kunde  erkennen können, welche Nebenbedingungen eine Garantie unter Umständen gefährden könnten. Wichtig ist in diesem  Zusammenhang  auch, ob die prognostizierten Ablaufleistungen mit den unterlegten  Garantiemodellen zu erzielen sind. Ebenfalls eine Rolle spielen die Kosten der Garantien. Wissen  sollte man auch, ob im Todesfall oder bei Rückkauf das Deckungskapital beziehungsweise das  Fondsguthaben uneingeschränkt zur Verfügung steht oder ob es gekürzt wird. Interessant sind  zudem Policen mit einer so genannten „Market  Option“. Damit  ist  der  Wechsel zu künftigen leistungsstarken Rentenmodellen verbunden, die der Markt und die Produktentwickler hervorbringen; darin werden sie mit Sicherheit das Anlagekriterium Nachhaltigkeit weiterentwickeln. 

Doppelter Vorteil

Wer  sich  heute  für  Nachhaltigkeit  in  der  Altersvorsorge entscheidet, legt die Grundlagen für eine  attraktive Rendite. Denn Studien haben in der Vergangenheit mehrfach belegt, dass ethische, soziale und ökologische Anlagekriterien sich eher positiv als negativ auf  die  Rentabilität nachhaltiger Vorsorgeprodukte oder die Höhe der späteren Rente auswirken.  Oftmals ist eine deutlich überdurchschnittliche Wertentwicklung möglich. Nachhaltige  Altersvorsorge hat daher einen doppelten Vorteil:  Erstens kann der Anleger mit dem nachhaltigen Investment zur Sicherung unserer künftigen Lebensgrundlagen beitragen, zweitens kann er eine attraktive Rendite für die eigene Altersrente erzielen. 

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