ECOreporter informiert regelmäßig über die Konditionen und Angebote nachhaltiger Banken. / Foto: Pixabay

22.01.20 Finanzdienstleister

Nachhaltige Banken: Kein Geld für Waffen

Investitionen in Rüstung, Kohle, Tabak – viele Banken legen Geld ihrer Kunden immer noch unethisch an. Aber es gibt Alternativen.

Schädliches für den Menschen kann gut sein für die Rendite. Der amerikanische Vice Fund (Laster-Fonds) setzt nur auf Rüstungsproduzenten, Glücksspielbetreiber, Alkohol- und Tabakkonzerne. Sehr erfolgreich im Übrigen: Wer zum Start des Fonds vor 17 Jahren investierte, hat heute das 4,5-fache an Wert (Stand Oktober 2019). Immerhin, Anlegern wird von Anfang an reiner Wein eingeschenkt – sie wissen, womit sie ihre Rendite erzielen. Mit Dirty Profits.

Die Kunden deutscher Banken und Investmentgesellschaften sind da oft weniger gut informiert. Das ergab eine 2018 veröffentlichte Untersuchung der Nichtregierungsorganisationen Facing Finance und urgewald. In der Studie "Dirty Profits – Unser Geld für Rüstungsexporte in Kriegs- und Krisengebiete“ zeigten sie, dass 10 von 17 untersuchten deutschen Finanzinstituten sowie alle vier untersuchten deutschen Vermögensverwalter an Unternehmen beteiligt sind, die Rüstungsgüter in Länder liefern, die Krieg gegen den Jemen führen. Auf den ersten Blick ist das allerdings meist nicht erkennbar.

"In Deutschland gibt es keine gesetzlichen oder regulatorischen Vorgaben, die Banken verbieten, an Rüstungsfirmen oder auch Rüstungsexporten zu verdienen“, erläutert Florian Schultz von der Nürnberger UmweltBank. Immerhin hätten sich viele Geldhäuser Selbstbeschränkungen für den Umgang mit der Waffenindustrie auferlegt, so Schultz über die konventionelle Konkurrenz. Die Studie von Facing Finance und urgewald zeigt allerdings, dass die Regeln oft recht lasch sind. Zwischen 2015 und 2018 haben alle untersuchten konventionellen Banken Darlehen an die Rüstungsindustrie vergeben. Immerhin haben einige Banken die Finanzierung von Waffenexporten in Krisengebiete gestoppt.

Wohin also mit dem Geld, wenn man als Anleger ein gutes Gewissen behalten und nicht indirekt die Rüstungsindustrie finanzieren möchte? Die Dirty Profits-Studie nennt als mögliche Alternative in Deutschland verschiedene Nachhaltigkeits- und Kirchenbanken. "Jeder Euro, den unsere Kundinnen und Kunden bei uns anlegen, fließt ausschließlich und garantiert nur in nachhaltige Projekte, unter anderem in Erneuerbare Energien, ökologisches Bauen oder Bio-Landwirtschaft“, erläutert Schultz.

Auf der ECOreporter-Bankenseite finden Sie die Konditionen und Angebote der grünen und ethischen Banken in Deutschland. Wenn Sie Vergleiche mit konventionellen Banken ziehen, werden Sie feststellen: Die Angebote können sehr gut mithalten. Auch – oder gerade weil – diese Geldhäuser auf Dirty Profits verzichten.

 

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