19.10.09 Fonds / ETF

„Nachhaltige Fonds zählen zu den klaren Wachstumskandidaten.“ – ECOreporter.de-Interview mit Sabine Döbeli, Vontobel-Gruppe

Wie haben sich Nachhaltigkeitsfonds im laufenden Jahr entwickelt? Wie beurteilen Anbieter die weiteren Marktaussichten? ECOreporter.de hat dazu auch bei der Schweizer Vontobel-Gruppe nachgefragte, Emittentin etlicher Nachhaltigkeitsfonds. Sabine Döbeli, Leiterin Nachhaltigkeit der Vontobel-Gruppe, nahm zu unseren Fragen Stellung. Über Stellungnahmen von der Bank Sarasin und von Swisscanto berichteten wir in einem Beitrag vom 16.10. zu dem Sie per Opens external link in new windowMausklick gelangen.

ECOreporter.de: Mit welchen Produkten engagiert sich Vontobel im Bereich nachhaltiger Investments und warum?

Sabine Döbeli: Vontobel bietet in allen drei Geschäftsfeldern nachhaltige Anlageprodukte an: Im Asset Management bilden vier Vontobel Global Responsibility Fonds, die in nachhaltige Unternehmen der Regionen Asien, Europa, USA und Schweiz anlegen, den Kern des Angebots. Der erste nachhaltige Hedge-Fund-of-Fund wurde von Harcourt Investment Consulting AG, einer Vontobel-Tochter, lanciert. Daneben sind auch gemischte Fonds und reine Bondfonds im Angebot. Im Private Banking können unsere Kunden zwischen nachhaltigen Vermögensverwaltungs-Portfolios verschiedener Anlagestrategien wählen. Das Investment Banking bietet zahlreiche, vor allem thematisch ausgerichtete nachhaltige Zertifikate an. Wir sind überzeugt, dass nachhaltige Unternehmen langfristig erfolgreicher sind und nachhaltige Anlagen in Zukunft mehr der Normalfall denn die Ausnahme sein werden.

ECOreporter.de: Wie haben sich die Turbulenzen an den Börsen im Zusammenhang mit der Finanzkrise auf die Produkte ausgewirkt?

Döbeli: Thematisch ausgerichtete Produkte korrigierten im Rahmen der Krise relativ stark, haben sich aber im laufenden Jahr auch wieder stark erholt. Die Vontobel Nachhaltigkeitsfonds wurden im November 2008 lanciert und konnten damit stark vom seither erfolgten Aufschwung profitieren.

ECOreporter.de: Bei konventionellen Investmentfonds gibt es in diesem Jahr deutliche Mittelabflüsse. Wie haben die Anleger der Nachhaltigkeitsfonds von Vontobel reagiert?

Döbeli: Wir hatten in unseren nachhaltigen Produkten kaum Mittelabflüsse zu verbuchen und konnten in diesen Produktlinien netto ein Wachstum erreichen. Sie haben sich damit stabiler erwiesen als andere Produktlinien.
ECOreporter.de: Welche weitere Entwicklung erwarten Sie bei Volumen und Wertentwicklung für nachhaltige Fonds?

Döbeli: Wir gehen davon aus, dass sich das Interesse an nachhaltigen Fonds weiter verstärken wird - und zählen diese Produkte zu den klaren Wachstumskandidaten. Es ist unser Ziel, mit diesen Fonds mehr als die Marktperformance zu erzielen. Dies einerseits durch die Identifikation von Unternehmen, die sich durch nachhaltige Geschäftsführung finanzielle Vorteile erschliessen, und andererseits durch eine erfolgreiche Einzeltitelauswahl.  

ECOreporter.de: Inwiefern wird Vontobel im Bereich nachhaltiger Investments weitere Produkte auf den Markt bringen? Wovon hängt dies ab?

Döbeli: Im Bereich der nachhaltigen Zertifikate werden neue Produkte lanciert, wenn sich interessante Anlagethemen ergeben. Bezüglich Fonds planen wir zurzeit keine Erweiterung der Palette.

ECOreporter.de: Welche Branchen erscheinen derzeit als besonders aussichtsreich, bei welchen raten Sie zur Vorsicht und warum?

Döbeli: Im letzten Quartal zeigten vor allen kleinere Unternehmen mit hohem Beta ein überdurchschnittliches Wachstum. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung nicht weiter fortsetzt und ziehen daher defensivere Sektoren und grosse Unternehmen, beispielsweise aus dem Sektor Telekommunikation, vor. Nachdem Bankaktien eine Rally hinlegten, sehen wir dort künftig weniger Potential. Stattdessen setzen wir nun stärker auf Konsumgüterhersteller. Das Beispiel von Henkel zeigt eindrücklich, wie sich durch Ressourcen schonende Produktionsweise und innovative Produkte Chancen erschliessen lassen.

ECOreporter.de:  Frau Doebeli, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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