Würde die EM 2016 nicht durch Tore, sondern durch Leistungen bei der Nachhaltigkeit entschieden, wäre Schweden der Sieg nicht zu nehmen. Das zeigen Nachhaltigkeitsanalysen der Länder, deren Nationalmannschaften an der Fußballeuropameisterschaft in Frankreich teilnehmen. Schweden setzt unter anderem stark auf Klimaschutz und erneuerbare Energie. Im Bild ein schwedischer Windpark mit Anlagen von Vestas. / Foto: Unternehmen

10.06.16 Erneuerbare Energie

Nachhaltigkeits-EM: Schweden siegt, Deutschland früh raus

Schweden würde bei einem Länder-Vergleich der Teilnehmer der Fußballeuropameisterschaft Europameister bei der Nachhaltigkeit. Darauf weisen die Union Investment Institutional GmbH und die Nachhaltigkeitsrating-Agentur imug Beratungsgesellschaft aus Hannover hin. Die beiden Unternehmen haben die Fußball-Europameisterschaft 2016, die am heutigen Freitag beginnt, zum Anlass genommen, die Nachaltigkeit der Teilnehmer an dem Turnier in Frankreich zu vergleichen. Das Ergebnis: Schweden setzt sich bei den Themen Korruption, Bildungsausgaben, erneuerbare Energien und CO2- Emissionen gegen seine Kontrahenten deutlich durch.

In der Gruppenphase scheitern Länder mit hoher Korruption

Grundlage der Nachhaltigkeits-EM ist der Originalspielplan der Fußball-EM 2016. Die Spiele werden anhand von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) ausgetragen. Für die Gruppenphase sowie das Achtel-, Viertel- und Halbfinale wird je ein Nachhaltigkeitskriterium als Vergleichswert zwischen den Ländern herangezogen. Das Land mit dem jeweils besseren Wert setzt sich gegen seinen Gegner durch. In der Gruppenphase gewinnen Länder, die als weniger korrupt wahrgenommen werden. „Governance-Kriterien sind Grundvoraussetzung für Nachhaltigkeit. Frei nach dem Motto ‚nur saubere Teams kommen weiter‘, haben wir Korruption als erstes Kriterium gewählt“, erläutert Stephanie Senff-Gerstein, Senior Marketing Managerin bei Union Investment. Die Daten stammen aus dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International. Die Schweiz und Schweden erreichen dabei die besten Werte. Russland und die Ukraine sind weit abgeschlagen und gewinnen kein einziges Spiel. Spanien und Tschechien setzen sich nur aufgrund einer sehr schwachen Gruppe durch und erreichen trotz schlechter Werte die K.-o.-Phase.

Bildungsausgaben entscheiden die Achtelfinale

Ausschlaggebend für das Achtelfinale sind die Bildungsausgaben der Länder, anteilig gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Island und Nordirland überzeugen mit über sieben Prozent anteiligen Investitionen und schlagen damit starke Belgier und Franzosen. Deutschland mit nur knapp fünf Prozent Bildungsausgaben in Relation zum BIP trifft auf noch schwächere Slowaken und ins Viertelfinale ein. Knapp ist der Vergleich zwischen England und Polen. Mit nur 0,02 Prozentpunkten mehr können sich die Engländer durchsetzen.

Deutschland scheitert im Viertelfinale: zu wenig erneuerbare Energien

Die Viertelfinale gewinnen Länder mit einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien an der Primärenergieversorgung. Island kommt auf einen 90-Prozent-Anteil und lässt England mit schwachen fünf Prozent keine Chance. Deutschland verbessert sich zwar auf zehn Prozent, kommt an die 35 Prozent von Schweden aber nicht heran. Auf niedrigem Niveau setzt sich Irland mit sieben Prozent gegen die noch schwächeren fünf Prozent von Wales durch. Gut aufgestellte Portugiesen schlagen im vierten Viertelfinale schwache Nordiren mit 25 zu fünf Prozentpunkten deutlich.

Leistungen beim Klimaschutz geben am Ende den Ausschlag

Für den Einzug ins Finale müssen die CO2- Emissionen pro Einwohner geringer sein als die des Gegners. Portugal besiegt hier Island mit fast zwei Tonnen CO2-Emissionen weniger. Irland unterliegt Schweden noch deutlicher. Mit 7,47 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf kommen sie an die 3,91 Tonnen der Schweden nicht heran.

Im Finale entscheidet die prozentuale Entwicklung der CO2- Emissionen über den Sieg. Schweden setzt sich hier mit einer Verringerung von 4,68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr klar gegen Portugal durch, dass nur knapp drei Prozent erreicht. Damit wird Schweden Nachhaltigkeits-Europameister. Seit Jahren belegt laut dem imug das Land den ersten Platz im „EIRIS/imug Country Sustainability Rating“. Im interantionalen Staatenranking der Nachhaltigkeitsrating-Agentur von 2015 folgten Österreich, Finnland, die Schweiz und Deutschland auf den nächsten Plätzen. „Die Auswahl einzelner ESGKriterien wirft sicherlich nur Schlaglichter auf die Nachhaltigkeitsleistung der Länder. Aber so konnten wir eine spielerische Darstellung der Europameisterschaft ermöglichen“, kommentiert Dr. Annika Schudak, CSR-Beraterin bei der imug Beratungsgesellschaft, die Ergebnisse.

Mehr über die Nachhaltigkeitsrating-Agentur erfahren Sie in diesem  Kurzportrait (Link entfernt) der  imug Beratungsgesellschaft.
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