11.09.07

Nachhaltigkeitsbasket Photovoltaik der Zürcher Kantonalbank (ZKB)

Die Aussichten für die Solarindustrie sind rosig. Laut einer von der Umweltschutzorganisation Greenpeace gemeinsam mit dem Europäischen Verband der Photovoltaik-Industrie (EPIA) erarbeiteten Studie wird die Photovoltaik bis 2030 fast zehn Prozent des weltweiten Strombedarfs decken können. Der Umsatz der Solarbranche soll von momentan neun auf 300 Milliarden Euro im Jahr ansteigen (wir berichteten: ECOreporter.de-Beitrag vom 6. September). Doch trotz dieser guten Prognose wird es auch in diesem Sektor nicht nur Gewinner der künftigen Entwicklung geben, sondern auch Verlierer. Wer als Anleger in Solarwerte investieren, jedoch sein Risiko streuen will, kann zum Beispiel auf den Nachhaltigkeitsbasket Photovoltaik der Zürcher Kantonalbank (ZKB) setzen. Dieses Zertifikat enthält 20 Solartitel aus aller Welt, mit Schwerpunkten auf Deutschland und China. Aus diesen Ländern stammen jeweils 30 Prozent der ausgewählten Aktien. Auf Unternehmen aus Europa entfällt insgesamt ein Anteil von 45 Prozent, dennoch rechnet die ZKB in US-Dollar ab.

Alle Aktien im Basket haben eine Gewichtung von fünf Prozent. Wie Stefan Gächter von der ZKB gegenüber ECOreporter.de erläutert, wurde das Nachhaltigkeitsresearch der Schweizer Bank bei der Auswahl der Titel eingebunden. Nach seinen Angaben will die Bank während der dreijährigen Laufzeit des Zertifikats weder die Aktienauswahl noch die Gewichtung ändern. Jeweils 30 Prozent der Titel im Aktienkorb entfallen auf Hersteller von Solarzellen und von Solarmodulen. Jede zehnte Aktie stammt von einem Produzenten des wichtigen Rohstoffs Silizium. Weitere je 30 Prozent der Aktien stammen von Unternehmen, die Solarwafer herstellen oder Equipment für die Photovoltaindustrie liefern.

Auffällig: Der verhältnismäßig hohe Anteil erst kürzlich börsennotierter Unternehmen in dem Zertifikat. So ist die deutsch-britische PV Crystalox Solar Plc erst seit Juni 2007 an der London Stock Exchange gelistet. Das chinesische Solarunternehmen LDK Solar Co. Ltd. startete erst im Juni an der New York Stock Exchange. Die chinesischen Solarzellenhersteller JA Solar Holdings Co., Ltd. und China Sunergy betraten erst in diesem Frühjahr das Börsenparkett. Sechs weitere Aktien sind erst seit 2006 börsennotiert, etwa die Trina Solar und Solarfun aus China (Börsendebüt jeweils im Dezember 2006) und die Meyer Burger Technology AG, Spezialistin für Siliziumblock-Sägen aus der Schweiz.

Das Zertifikat beinhaltet allerdings auch bereits länger an der Börse gehandelte Solaraktien: Die SolarWorld AG (Kurszuwachs auf Jahressicht: 59 Prozent), Q-Cells AG (Kurszuwachs auf Jahressicht: 90 Prozent) und Solon AG (Kurszuwachs auf Jahressicht: 106 Prozent).

Insgesamt sind im Photovoltaik-Zertifikat der ZKB enthalten:
• China Sunergy Co Ltd.
• First Solar Inc.
• JA Solar Holdings Co Ltd-
• LDK Solar Company Ltd
• Manz Automation AG
• MEMC Electronic Materials Inc
• Meyer Burger Technology AG
• Motech Industries Inc
• Phoenix Solar AG
• PV Crystalox Solar Plc
• Q-Cells AG
• ReneSola Ltd
• Renewable Energy Corp AS
• Roth & Rau AG
• Solarfun Power Hldg Co
• Solarworld AG
• Solon AG
• SunPower Corp.
• Suntech Power Holdings Co Ltd.
• Trina Solar Ltd.


Seit Anfang Juli wird das Zertifikat an der Börse gehandelt. Es konnte für 100 Euro gezeichnet werden und hat sich seither trotz der Turbulenzen im internationalen Aktienhandel positiv entwickelt. Aktuell beträgt der Geldkurs 105,50 Euro, der Briefkurs liegt bei 106,50 Euro. Das Wertpapier läuft bis 2. Juli 2010. Einen Kapitalschutz gibt es nicht. Dividendenzahlungen werden bei der Rückzahlung nicht berücksichtigt.

Fazit:
Das Zertifikat beinhaltet Aktien der Solarbranche. Sie verspricht auf lange Sicht außerordentlichen Erfolg, wie zahlreiche Studien belegen. Allerdings läuft das Zertifikat nur drei Jahre – innerhalb dieses Zeitraums könnte manche Solaraktie auch im Minus landen. Denn die Solaraktien haben bereits eine längere Boomphase hinter sich. Ein großer Teil der Aktien des Zertifikats ist zwar noch nicht lange börsengehandelt, das heißt aber nicht, dass der Solaraktienboom nicht eingepreist wäre: Meist waren die Aktien schon bei der Emission nicht gerade billig. Hinzu kommt das Währungsrisiko des Zertifikats; es wird in Dollar abgerechnet.

ECOreporter.der erwartet, dass die Solaraktien in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren Kursgewinne aufweisen werden. Innerhalb der nächsten Monate jedoch kann es teilweise auch zu kräftigen Verlusten kommen. Ein ZKB-Photovoltaik-Zertifikat mit wesentlich längerer Laufzeit wäre genauso chancenreich, aber wesentlich weniger riskant für den Anleger – er sollte daher abwarten, ob die ZKB ein Produkt mit längerer Laufzeit folgen lässt. Größter Vorteil dieses ZKB-Zertifikats im Vergleich zu den meisten Erneuerbare-Energie-Konkurrenz-Produkten: das Nachhaltigkeitsresearch. Schließlich ist auch ein Erneuerbare-Energie-Unternehmen, zumal wenn es in China produziert, nicht automatisch nachhaltig.


WKN: 3205901
ISIN: CH0032059013

Bildhinweis: Solarprojekt der Phönix Solar AG, einer Position im ZKB-Zertifikat der ZKB. / Quelle: Unternehmen
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