Vigeo-Gründerin Nicole Notat fungiert fortan als Präsidentin von Vigeo-EIRIS. / Quelle: Unternehmen

13.10.15 Fonds / ETF

Nachhaltigkeitsrating-Anbieter Vigeo und EIRIS verschmelzen

Die Nachhaltigkeitsanalyse ist ein Kernelement des nachhaltigen Investments. Nun fusionieren zwei große europäische Anbieter von Nachhaltigkeitsratings, EIRIS aus Großbritannien und Vigeo mit Hauptsitz in Paris. Die Franzosen haben die Übernahme von EIRIS mit einer Kapitalerhöhung finanziert.

Noch vor zehn Jahren gab eine große Vielfalt von Unternehmen, die auf Nachhaltigkeitsratings spezialisiert waren. Seither ist deren Anzahl durch Zusammenschlüsse stark geschrumpft. Das ist zum einen eine Folge des zunehmenden Wettbewerbs, der härter geworden ist, weil auch große herkömmliche Marktakteure wie etwa MSCI begonnen haben, Daten für die Beurteilung der Nachhaltigkeit von Wertpapieremittenten anzubieten. Zum anderen sind die Anforderungen an Nachhaltigkeitsresearch immer größer geworden. Die Gründe: Immer mehr Investoren wollen immer mehr Kapital mit Nachhaltigkeitsanspruch anlegen. Zudem wollen sie dabei immer breiter investieren, etwa in Schwellenländer. Auf diese Faktoren weisen denn auch EIRIS und Vigeo in der Mitteilung hin, in der sie ihre Fusion bekannt geben.

Bei EIRIS handelt es sich um ein internationales Netzwerk von Spezialisten für Nachhaltigkeitsratings, die jeweils für einzelne Regionen zuständig sind. So ist etwa imug aus Hannover der Vertriebspartner von EIRIS in Deutschland und Österreich (lesen Sie dazu ein  Kurzportrait der imug Beratungsgesellschaft mbH (Link entfernt)). Zu den EIRIS und imug Kunden zählen etwa Anbieter nachhaltiger Fonds wie Union Investment oder die Deka Bank, nachhaltige Banken wie die Paderborner  Bank für Kirche und Caritas (Link entfernt)  und die Darlehnskasse Münster DKM, Großanleger wie Hendersons Global Investors oder Kapitalmarktakteuere wie Borsa Istanbul oder die European Investment Bank. EIRIS kann über das Netzwerk Nachhaltigkeitsanalysen von Wertpapieremittenten aus aller Welt anbieten, die regionale Besonderheiten berücksichtigen und zugleich einheitliche Standards erfüllen. So wird etwa das deutsche imug seit 2007 jährlich nach nach dem Qualitätsstandard für unabhängiges Nachhaltigkeitsresearch von Unternehmen (ARISTA) extern auditiert. EIRIS ist in Europa aktiv, aber stark auch in Nordamerika und in der Pazifikregion.

Vigeo wiederum ist auf Europa und Marokko konzentriert, mit Schwerpunkte auf Frankreich, Belgien und Italien. Das Unternehmen erfüllt ebenfalls seit Jahren die ARISTA-Standards. Die Franzosen führen auch allgemeine Marktanalysen durch, erheben unter anderem alljährlich das Marktvolumen des nachhaltigen Investments in Europa (lesen Sie unseren  Bericht  über die Vigeo-Studie aus 2014). Vigeo hat nun nach eigenen Angaben eine Kapitalerhöhung über 6,3 Millionen Euro durchgeführt und damit die Übernahme von EIRIS finanziert. Als neuer Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen werde Vigeo-EIRIS künftig 180 Mitarbeiter beschäftigen und von Peter Webster und Stephen Hine aus der bisherigen EIRIS-Führung geleitet, mit Vigeo-Chefin Nicole Notat als Präsidentin. Vigeo-EIRIS dürfte mit dem vereinten Angebot weltweit reichender Analysen besser konkurrieren können mit der ebenfalls global operierenden Sustainalytics, einem weiteren europäischen Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen (hier (Link entfernt)  erfahren Sie mehr über das Unternehmen).
Kleine Akteure im europäischen Markt sind etwa Ethix SRI Advisors aus Schweden, Inrate aus der Schweiz und oekom research AG aus München. Daneben setzen einige Finanzkonzerne wie zum Beispiel J. Safra Sarasin oder die Zürcher Kantonalbank (ZKB) auf hauseigenes Nachhaltigkeitsresearch.
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