17.06.10 Fonds / ETF

Nachhaltigkeitsrating warnt vor Investments in Schwellenländern

In China, Ägypten und Vietnam müssen Investoren mit den größten Risiken im Bereich Nachhaltigkeit rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle aktuelle EIRIS Country Sustainability Rating 2010 Dies meldet der in Hannover ansässige Nachhaltigkeitsanalyst imug. Die Studie der Nachhaltigkeitsrating-Agentur EIRIS, vergleicht 68 Staaten, darunter auch Schwellenländer, im Hinblick auf ihre Leistungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (Staats- und Regierungsführung).


Bei dem Vergleich, der die Staaten jeweils auf 49 Nachhaltigkeitskriterien untersucht hat, schnitten Schweden, Österreich und die Schweiz am besten ab. Deutschland konnte sich von Rang 7 auf Rang 4 verbessern. Die schwache Performance von China, einem der Schlusslichter des Rankings, das insbesondere in den Bereichen Regierungsführung und Umwelt niedrig bewertet wurde, sollte für Investoren ein Signal sein, dort nicht leichtfertig zu investieren, kommentiert die imug das Ergebnis.


Die besten Ergebnisse der Staaten, die zu den Emerging Markets, also den Schwellenländern gehören, erzielten Südkorea, Brasilien und Mexiko. Sowohl Mexiko als auch Brasilien schnitten im Umweltbereich besser ab als Kanada und die USA.

„Hier zeigt sich, dass es auch für die neuen Märkte möglich ist, ein angemessenes Wachstum und Nachhaltigkeit miteinander zu verknüpfen“, meint Silke Riedel, Leiterin des Bereiches Nachhaltiges Investment im imug und Kooperationspartner von EIRIS. Das Beispiel Thailand zeige, wie wichtig es für Investoren sei, Nachhaltigkeitsrisiken in Investitionsentscheidungen im Bereich Staatsanleihen einfließen zu lassen. Der Indikator für politische Stabilität in Thailand falle, seit EIRIS das Nachhaltigkeitsrating im Ländervergleich vor fünf Jahren das erste Mal veröffentlicht habe, so die Expertin weiter.

Anfang 2009 hätten internationale Kredit-Ratingagenturen Thailands Kreditwürdigkeit mit der Begründung herabgestuft, dass die Regierung nicht in der Lage sei, Bürgeraufständen entgegenzuwirken, blickt sie zurück. „Die Ratingagenturen haben signalisiert, Thailand weiter herabzustufen, wenn sich die politische Lage im Land nicht stabilisiert“, so Riedel weiter.


Ein Blick auf die Gesamtnoten der Nachhaltigkeitsratings über alle Länder hinweg zeige, dass sich die Nachhaltigkeitsperformance global gesehen nicht wirklich verbessert habe und hier noch viel Verbesserungspotential stecke, erklärte die  Expertin. Das Rating stieg von 6,73 in 2009 auf 6,76 in 2010 von 10 möglichen Punkten.
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