In Schweden ist die Energiewende weltweit am stärksten vorangeschritten. / Quelle: Ola Ercson

02.12.13 Erneuerbare Energie

Neu entwickeltes Länder-Ranking zur Energiewende

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat einen Index entwickelt, der ermittelt, inwieweit die Energiewende in verschiedenen Ländern weltweit bereits fortgeschritten ist. Dieser Energy Transformation Index (ETI) misst sowohl die Etablierung erneuerbarer Formen der Stromerzeugung wie Photovoltaik als auch die wirklich effiziente Nutzung der Energie. Dieses neues Ranking, welches das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE regelmäßig zusammen mit der International Solar Energy Society ISES veröffentlichen will, sieht Deutschland derzeit beim Voranschreiten der Energiewende hinter den Ländern Schweden, Brasilien und Italien gleichauf mit Japan und Großbritannien auf Platz vier.

Im Resultat liegt Schweden in dem nun vorgestellten ersten Ranking von 17 Staaten mit einem ETI von 40 an erster Stelle knapp vor Brasilien mit 39. Italien erreicht einen ETI von 34; für Deutschland, Großbritannien und Japan liegt er bei 30. Auf abgeschlagenen Plätzen beim aktuellen Indexwert finden sich derzeit Länder wie die USA (18) und China (11) wieder. Das ETI Ranking hat auch einen direkten Bezug zur Klimaproblematik. 100 Prozent erneuerbare Energien bedeuten auch keine CO2 Emissionen mehr aus dem Energiesektor, und auch die Verbesserung der Energieeffizienz wirkt sich natürlich direkt in der Verminderung von CO2 Emissionen aus. Bei der vom ISE ermittelten Zuwachsrate seit dem Jahr 1990 liegt Deutschland zusammen mit Großbritannien an der Spitze.

„Bislang gab es keinen methodischen Ansatz, mit dem wir den Fortschritt einzelner Länder und Regionen auf dem Weg zur Energiewende quantitativ beschreiben könnten“, sagt Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer ISE. Der nun entwickelte ETI erlaube es erstmals, die Situation eines Landes diesbezüglich durch eine griffige Zahl zu beschreiben. „Im Vergleich zu anderen Staaten zeigt sich dabei, dass die Energiewende hierzulande gar nicht so weit fortgeschritten ist, wie es allgemein angenommen wird“, so Weber. Künftig wolle sein Institut jährlich ein derartiges Ranking veröffentlichen, „um zu dokumentieren, welche Länder die Energiewende ernsthaft angehen, und wer dabei zurück bleibt“, führt er weiter aus. Als Basis sollen dabei die Werte für die 82 wichtigsten Staaten berücksichtigt werden.
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