Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Produzenten, die sauberen Strom aus Sonne, Wind und Co. gewinnen, feste staatliche Fördersätze für jede erzeugte Kilowattstunde. Die Vergütung des erneuerbaren Stroms wird für bestimmte Anlagen über Ausschreibungen geregelt. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Meldungen

Neue Ausschreibung: Solar-Förderung sinkt - Wind steigt

In den jüngsten Ausschreibungen für Windenergie an Land und für Solaranlagen waren 83 bzw. 79 Gebote erfolgreich. Das teilte die zuständige Bundesnetzagentur mit. Sie hat die Zuschläge zum Gebotstermin 1. Februar 2018 erteilt. Die beiden Termine fielen auf denselben Tag - es waren jedoch zwei getrennte Auktionen.

Bei den Wind-Projekten lag der durchschnittliche Zuschlagswert bei 4,73 Cent je Kilowattstunde Windstrom (ct/kWh). Das Höchstgebot betrug nach Festlegung der Bundesnetzagentur 6,30 ct/kWh. In der dritten Ausschreibungsrunde 2017 hatte der Durchschnittswert noch bei 3,82 Cent je Kilowattstunde Windstrom gelegen. Das führte die Bundesnetzagentur auf die damals anderen Regeln bei der Genehmigung und längere Realisierungszeiträume für die Windparks von 4,5 Jahren zurück.

Erfolgreiche Wind-Projektierer waren diesmal unter anderem: Solarcomplex, Green City Energy, ABO Wind, PNE Wind, Prokon, Enercon, wpd und juwi.  

Kosten für Solarstrom aus neuen Kraftwerken sinken

Bei der Solar-Ausschreibung lag der durchschnittliche Zuschlagswert nun nur noch bei 4,33 ct/kWh. Erstmals gab es auch Zuschläge unter 4,00 Cent - ein deutlicher Preisverfall. Bei der letzten Runde im Oktober 2017 betrug die Durchschnittsförderung für Solarstrom aus neu geplanten Parks 4,91 Cent je Kilowattstunde.

Das Absinken der Solar-Zuschläge zeige, dass sich die Ausschreibungen als Preisfindungselement erneut bewährt hätten, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

"Die hier erfolgten Ausschlüsse von Geboten wegen Form- und Fristmängeln sind allerdings vermeidbar. Uns sind da leider die Hände gebunden: Wenn solche Fehler gemacht werden, müssen wir die Gebote vom Zuschlagsverfahren ausschließen", ergänzte Homann. Es mussten 16 Gebote für Solaranlagen ausgeschlossen werden, davon zehn wegen verspätetem Eingang der Gebote oder von Zahlungen.

Erfolgreiche Solar-Projektierer waren unter anderem: juwi, IBC Solar, Enerparc, und ENBW. 

Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land

Die Ergebnisse der Ausschreibungen für Windenergie an Land waren mit Spannung erwartet worden, da auch die Bürgerenergiegesellschaften erstmals nur mit einer Genehmigung teilnehmen konnten. Diesmal wurde die ausgeschriebene Menge von 700 Megawatt nur knapp überzeichnet: Es gingen 132 Gebote mit einem Umfang von 989 Megawatt (MW) ein. "Die zurückgehende Zahl der Gebote zeigt, dass die Ausschreibungen von Windenergieanlagen kein Selbstläufer sind", sagte dazu Jochen Homann von der Bundesnetzagentur.

Insgesamt erhielten 83 Gebote mit einem Volumen von 709 MW einen Zuschlag, 19 gingen an Bürgerenergiegesellschaften. Länder mit den meisten Zuschlägen sind Niedersachsen mit 17 (154 MW), Brandenburg mit 13 (106 MW), Nordrhein-Westfalen mit zwölf (61 MW) und Rheinland-Pfalz mit elf (124 MW) Zuschlägen. Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidungen.

Insgesamt mussten lediglich zwei Gebote für Windenergieanlagen an Land ausgeschlossen werden. Die den Zuschlägen zugrundeliegenden Gebotswerte reichten von 3,80 ct/kWh bis zu 5,28 ct/kWh. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 4,73 ct/kWh. In der vorhergehenden Ausschreibungsrunde lagen die Zuschläge im Durchschnitt bei etwa 3,8 ct/kWh.


Ausschreibung für Solaranlagen

Bei der Ausschreibung für Solaranlagen wurden 79 Gebote mit einem Umfang von 546 MW abgegeben. Damit war die ausgeschriebene Menge von 200 MW deutlich überzeichnet. Insgesamt konnte die Bundesnetzagentur 24 Zuschläge erteilen, davon gingen elf an Gebote auf Ackerflächen in benachteiligten Gebieten (zehn nach Bayern, einer nach Baden-Württemberg).

Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschläge lagen zwischen 3,86 ct/kWh und 4,59 ct/kWh (Vorrunde 4,29 bis 5,06 ct/kWh), der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,33 ct/kWh (Vorrunde 4,91 ct/kWh).

Die nächste Ausschreibung für die beiden Technologien ist die gemeinsame Ausschreibung am 1. April 2018 (mehr dazu hier). Die nächste Ausschreibung für Windenergie an Land ist am 1. Mai 2018; der nächste Gebotstermin für Solaranlagen ist der 1. Juni 2018.

Dieser Artikel wurde am 21.2. aktualisiert.
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x