wiwin-Geschäftsführer Sven Moormann begrüßt die neuen Standards beim Investoren-Reporting: "Die neuen Reporting-Richtlinien des Bundesverbandes Crowdfunding vereinheitlichen die Vorgaben, zum Beispiel durch regelmäßige Intervalle." / Foto: wiwin GmbH

29.03.17 Anleihen / AIF , Crowd-Investment

Neue Crowdfunding-Regeln: Interview mit Sven Moormann, wiwin

Viele Crowdfunding-Plattformen müssen beim Investoren-Reporting "nachbessern": Künftig gelten neue Regeln,  die einheitliche Standards für im Bundesverband Crowdfunding organisierte Portale festlegen. (Link entfernt)  Auch die wiwin GmbH aus Mainz, ehemals juwi Invest, betreibt seit Herbst 2016 eine Online-Zeichungsplattform. Über diese vermittelt sie unter anderem Produkte der "Schwarmfinanzierung". Themenschwerpunkte dabei sind Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Wie sich die neuen Reporting-Vorgaben auf die Crowdinvestments auswirken, darüber sprach ECOreporter mit wiwin-Geschäftsführer Sven Moormann.


ECOreporter: Herr Moormann, welchen Einfluss haben die neuen Vorgaben auf das Crowdfunding bei wiwin? Wird sich für die Anleger und Unternehmen viel ändern?

Sven Moormann:  wiwin hat immer schon die Anleger regelmäßig über den Fortgang der Kapitalanlagen informiert. Das Reporting wurde in der Branche jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt. Die neuen Reporting-Richtlinien des Bundesverbandes Crowdfunding vereinheitlichen nun die Vorgaben, zum Beispiel durch regelmäßige Intervalle. Diese Vorgaben übernehmen wir künftig in unsere Vermittlungsverträge mit den Emittenten. Da wiwin die Kapitalanlagen vermittelt und nicht selbst Emittent ist, ist entscheidend, dass die Emittenten sich verpflichten, diese Informationen bereitzustellen. Über unseren Kunden-Login können dann unsere Kunden auf diese Informationen und Reportings zugreifen.

Halten Sie die neuen Richtlinien für wichtig und sinnvoll?

Ein Reporting erhöht die Transparenz für den Anleger: Er bleibt informiert, wie sich seine Kapitalanlage entwickelt. wiwin hat sich spezialisiert auf nachhaltige, ökologische und ethische Kapitalanlagen, so dass wir immer schon auf eine hohe Transparenz der Produkte sehr großen Wert gelegt haben. Eine Vereinheitlichung der Richtlinien quer über alle Plattformen und somit auch deren unterschiedliche Schwerpunkte erhöht die Orientierung für den Verbraucher.

Vor kurzem ist das Crowdfunding-Unternehmen Deno pleite gegangen, das auf Econeers Geld eingesammelt hatte.  Was tut wiwin, um solche Risiken für Crowdinvestoren zu minimieren?

wiwin hat in der Vergangenheit noch unter der Marke juwi Invest exklusiv Kapitalanlagen der juwi-Gruppe vermittelt. In dieser Konstellation gab es sehr viel Expertise bei der Beurteilung der Kapitalanlagen und der Auswahl der Projekte. Bei allen Kapitalanlagen wurden die Zins- und Rückzahlungsverpflichtungen stets rechtzeitig und vollumfänglich erfüllt. Seit dem Rebranding im vergangenen Jahren bauen wir die Expertise zur Auswahl und Bewertung der Projekte im eigenen Haus sowie durch Kooperationspartner aus. Selbstverständlich schauen wir uns dabei sehr genau die Emittenten und die zur Finanzierung anstehenden Projekte an.

wiwin achtet darauf, dass der Anleger möglichst transparent Informationen bereitgestellt bekommt. Der Anleger profitiert von deutlich höheren Renditen als bei Bankprodukten mit Einlagesicherung. Es ist insofern klar, dass nie alle Risiken auszuräumen sind, so dass Ausfälle immer möglich bleiben. Auch das gehört zur Transparenz: Der Anleger wird intensiv und deutlich über die mit der Kapitalanlage verbundenen Risiken aufgeklärt.


Wer wählt die Kapitalanlagen für das Crowdfunding aus, und was wäre Kriterien für eine Ablehnung?

Bisher waren wir ja ausschließlich im Bereich Erneuerbare Energien tätig. Da findet bei wiwin eine interne Vorprüfung statt. Anschließend wird im Kreise der Geschäftsführer und Gesellschafter jedes Projekt diskutiert und entschieden, ob und wie das Projekt weitergeprüft wird. Mit Matthias Willenbacher als Gesellschafter, der über fast zwei Jahrzehnte umfangreiche Erfahrung als Eigentümer und langjähriger Vorstandsvorsitzender des großen Projektentwicklers für Erneuerbare in Deutschland, der juwi-Gruppe, verfügt, gibt es hier bereits sehr viel Know-How.

Gegebenenfalls werden dann externe Berater dazu gezogen, weitere Unterlagen angefordert und dem Emittenten Fragelisten gesendet, bevor am Ende eine Entscheidung über die Vermittlung erneut im Kreise der Geschäftsführer und Gesellschafter getroffen wird.

Durch das Rebranding von wiwin und die Ausweitung der vermittelten Projekte über die Erneuerbaren Energien hinaus sind wir dabei, die Prozesse, Kriterien und Richtlinien neu aufzusetzen, um entsprechend interessante Projekte aus dem breiten Spektrum der nachhaltigen Investments auszuwählen.

Herr Moormann, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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