Anleger hatten rund 1,4 Milliarden Euro in Prokon investiert und ihr damit massive Investitionen in Windparks ermöglicht. Nach der Insolvenz sind viele Anleger als Genossenschaftler bei ihr eingestiegen. / Quelle: Fotolia (Philipp Worring)

17.03.16 Anleihen / AIF

Neue Führung von Prokon berufen - Anleihe für zweite Jahreshälfte angekündigt

Die neue Führung von Deutschlands größter Energiegenossenschaft, der Prokon Regenerative Energien eG, ist nun komplett. Sie wird künftig von Dr. Henning von Stechow und Heiko Wuttke geleitet. Die Berufung von Wuttke hatte Prokon schon im Februar gemeldet. Nun berief die Energiegenossenschaft zum 1. April den 45-jährigen von Stechow zum Vorstand für die kaufmännischen Aufgaben verantwortlich sein. Er war bis zuletzt Geschäftsführer der SET Select Energy GmbH.

Der 47-jährige Heiko Wuttke, zuvor Leiter der Windkraftprojektentwicklungssparte von Vattenfall, soll ab dem 1. April die technischen Ressorts verantworten. Peppmeier hatte Prokon als einer von zwei Geschäftsführern gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin durch die Insolvenz geführt und war danach interimsweise Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft.

Zum Monatsende verlassen somit die Interimsvorstände Kai Peppmeier und Andreas Knaup die Energiegenossenschaft. Sie hatten gemeinsam mit Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin die ehemalige Prokon GmbH in eine Energiegenossenschaft umgewandelt, entschuldet und restrukturiert. Peppmeier und Knaup wollen laut Prokon als Partner der Turnaround Management Consult weiterhin beraten und die Energiegenossenschaft insbesondere bei der angekündigten Emission einer Anleihe über 500 Millionen Euro begleiten.  Diese Anleihe ist laut Prokon für die zweite Jahreshälfte geplant. Sie soll über 15 Jahre laufen und mit 3,5 Prozent jährlich verzinst werden.

Die 37.000 Mitglieder der Energiegenossenschaft sind ehemalige Genussrechte-Anleger von Prokon, deren Insolvenz 2014 für Schlagzeilen gesorgt hatte. Mitte 2015 hatte eine Versammlung der Gläubiger des insolventen Windkraftprojektierers dessen Umwandlung in eine Genossenschaft beschlossen. Ihr hat sich knapp die Hälfte aller ehemaligen Anleger von Prokon angeschlossen. Die angekündigte Anleihe richtet sich an die Genussrechte-Gläubiger. Über die Anleihe sollen ihre Ansprüche an Prokon zum Teil gedeckt werden. Weitere Rückzahlungen soll die restliche Verwertung der noch verbliebenen Vermögensgegenstände jenseits des Kerngeschäfts von Prokon ermöglichen.
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