23.04.12 Erneuerbare Energie

Neue Grünstrom-Richtlinien in Brasilien – Branche erwartet Solarboom

Neue Richtlinien zur Einspeisung von Grünstrom hat die brasilianische Energieagentur ANEEL verabschiedet. Demnach wird für Erneuerbare-Energie-Anlagen bis einem Megawatt (MW) Leistungskapazität ein Net-Metering-System eingeführt. Betreiber von Grünstromkraftwerken wie etwa Solaranlagen sollen den Strom, den sie nicht selbst verbrauchen, ins landesweite Stromnetz einspeisen und diese Menge dann auf der folgenden Stromrechnung verrechnet bekommen. Für große Photovoltaik-Anlagen mit bis zu 30 MW Kapazität sollen mit erheblichen Steuervergünstigungen gefördert werden. Solaranlagen dieser Größenordnung, die bis Ende 2017 mit der Stromproduktion beginnen, werden bis zu 80 Prozent Steuernachlässe bekommen. Bei Anlagen, die später an das Stromnetz angeschlossen werden, verringert sich diese Vergünstigung auf 50 Prozent.

Marktteilnehmer erwarten, dass die Photovoltaik-Branche in Brasilien dadurch einen gehörigen Schub bekommen soll. Weil die Stromkosten für Endverbraucher aktuell zwischen 15 und 28 US-Cent pro Kilowattstunde liegen, werden vor allem Kleinbetriebe und Privathaushalte Photovoltaik-Anlagen installieren, erklärt Luis Otavio Colaferro  vom brasilianischen Photovoltaik-Händler Blue Sol Ltda. Ihm zufolge werden die Verkäufe für Photovoltaik-Komponenten in Brasilien in nächster Zeit jährlich um 50 Prozent anziehen. Auch weil die Energiekosten in Brasilien jährlich um zehn Prozent kletterten.

Dies könne dazu führen, dass in Brasilien bis 2030 etwa 300.000 neue Dachsolaranlagen gebaut würden, was Investitionen von rund drei Milliarden Dollar bedeuten würde, ergänzt Nelson Fonseca Leite vom brasilianischen Erneuerbare-Energien-Branchenverband Associacao Brasileira de Distribuidores de Energia Eletrica.
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