Montage einer Windkraftanlage von Enercon. Das Unternehmen aus Aurich wurde in 2013 nur noch von Vestas übertroffen und ist als einziger Hersteller unter den Top 10 nicht an der Börse notiert. / Quelle: Unternehmen

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Neue Rangliste der weltweit größten Windradhersteller

Im vergangenen Jahr ist jede siebte neu aufgestellte Windkraftanlage von Vestas Wind Systems aus Dänemark produziert worden. Damit hat der Konzern aus Århus wieder den Platz als weltweit führender Windturbinenbauer erobert. Den hatten die Dänen im Jahr zuvor erstmals seit 2000 an die Konkurrentin General Electric verloren. Deren Windsparte zählte in 2013 aber nicht einmal mehr zu den fünf größten Windkraftanlagenherstellern der Welt und rutsche auf Rang 6 ab. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Marktforschungsgesellschaft Make Consulting aus Dänemark hervor.

Demnach hat Vestas in 2013 weltweit Anlagen mit insgesamt 4,850 Megawatt (MW) errichtet und gewann so einen Marktanteil von 13,7 Prozent. Das reichte zum Spitzenplatz, obwohl die Dänen im Vorjahr mit 6,440 MW und einem Marktanteil von 13,9 Prozent noch bessere Werte erzielt, aber nur Rang 2 erreicht hatten. GE litt in 2013 stark darunter, dass ein wichtiges Förderinstrument für Windkraftinvestitionen in den USA erst zum Jahreswechsel verlängert wurde und es daher im ersten Halbjahr in den Vereinigten Staaten zu einem Projektstau kam. Erst im zweiten Halbjahr wurden in dem Heimatmarkt von GE wieder in nennenswertem Umfang Windräder aufgestellt. Die Amerikaner setzten in 2013 lediglich 980,2 MW ab und damit 80 Prozent weniger als in 2012. Anders als GE ist Vestas auch in vielen anderen Windmärkten sehr stark aktiv und konnte daher den Nachfrageeinbruch in den USA weitgehend ausgleichen.

Zwei deutsche Windkrafthersteller haben es in 2013 unter die Top 5 geschafft: während Siemens ebenfalls stark unter dem erschwerten Absatz in den USA litt und vom dritten auf den vierten Rang abrutschte, gelang Enercon aus Aurich der Aufstieg von Platz 4 im Vorjahr zum zweitgrößten Windturbinenbauer der Welt. Die Ostfriesen profitierten besonders von der Stärke des deutschen Windmarktes und erlangten einen Anteil am Weltmarkt von 10,3 Prozent. Dabei war auch ihr Absatz rückläufig, sie stellten Windräder mit insgesamt 3,657 MW auf nach 3,942 MW in 2012. Für Siemens hat sich der Absatz dagegen fast halbiert, von 4,716 auf 2,587 MW. Das Unternehmen litt ebenfalls unter der Krise in den USA, aber auch unter dem weiter lahmenden Geschäft mit Windkraftanlagen für den Einsatz auf See – offshore. Der Marktanteil des deutschen Konzerns schrumpfte von 10,1 auf 7,3 Prozent.

Den größten Sprung machte die chinesische Goldwind, die sich von Rang 7 und 2,673 MW verbesserte auf Rang 3 mit einem Absatz von 3,600 MW. Die Chinesen konnten deutlich zulegen, weil sich ihr Heimatmarkt, in dem sie fast ausschließlich aktiv sind, in 2013 allmählich erholte, nachdem das Hindernis fehlender Netzkapazitäten vermindert wurde. Weltweit erreichte Goldwind einen Marktanteil von 10,15 Prozent. Sie verdrängte damit die spanische Gamesa aus dem Kreis der fünf größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen aus dem Baskenland fiel auf den siebten Platz zurück, da es verstärkt auf das Projektgeschäft setzt und die Fertigung von Windrädern dafür gedrosselt hat.

Von den fünf führenden Windradproduzenten besetzt allein Suzlon aus Indien in der vorgelegten Marktanalyse denselben Marktanteil wie im Vorjahr: 6,3 Prozent. Das reichte den Indern, um sich von Rang 6 auf 5 zu verbessern.
Mit der Nordex SE aus Hamburg hat es ein drittes deutsches Unternehmen unter die zehn größten Windturbinenbauer der Welt geschafft. Vor ihm rangieren mit Guodian United Power und Ming Yang Wind Power zwei Hersteller aus China, so dass auch die Volksrepublik mit drei Firmen unter den zehn größten Windturbinenbauern vertreten ist.
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