Aufbau eines Solarkraftwerkes: Die Vergütung für Solarstrom sinkt bis Oktober für große Solaranlagen unter die 10-Cent-Marke. / Bildquelle: HEP

  Erneuerbare Energie

Neue Vergütungstarife für Sonnenstrom stehen

Die Einspeisevergütung für Strom aus neu installierten Solaranlagen wird bis einschließlich Oktober 2013 weiter sinken, monatlich um 1,8 Prozent. Das hat die Bundesnetzagentur bekannt gegeben. Für die Betreiber großer Solaranlagen mit Leistungskapazitäten über einem Megawatt (MW) bedeutet das, dass sie ihren Strom ab dem 1. Oktober 2013 erstmals mit weniger als 10 Eurocent pro Kilowattstunde vergütet bekommen werden.
Entscheidend für diese so genannte Degression der Stromvergütung für die kommenden Monate ist, wie viele Solaranlagen zwischen Juni 2012 und Juli 2013 neu ans Stromnetz angeschlossen und dafür bei der Bundesnetzagentur angemeldet wurden.  Dies waren in dem genannten Zeitraum Sonnenstromkraftwerke mit 4.989,76 MW Leistungskapazität.  Im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) steht,  dass jährlich zwischen 2.500 und 3.500 MW neue Photovoltaikleistung in Deutschland installiert werden soll. Je weiter diese Zielmarke überschritten wird, desto stärker fällt der monatliche Einschnitt bei der Vergütung aus. Zwischen Juni 2012 und Juli 2013 sind laut Bundesnetzagentur 1.489 MW mehr Photovoltaikleistung neu an Deutschlands Stromnetz angeschlossen worden als der Zielkorridor vorgibt. Damit kommen zu der festen monatlichen Absenkung der Vergütung um ein Prozent noch 0,8 Prozent hinzu, was unter dem Strich 1,8 Prozent pro Monat ergibt. Diese monatliche Kürzung des Solarstromtarifs gilt für Anlagen, die in den Monaten August, September und Oktober 2013 neu ans Netz kommen.

Ende Juni 2013 waren deutschlandweit Photovoltaikanlagen mit  34.186 MW in Betrieb. Wenn die bundesweite Solarstromleistung 52.000 MW erreicht, soll die Photovoltaik nach dem Willen der Bundesregierung ganz aus dem EEG herausfallen. Dann könnten neue Solarstromanlagen nicht mehr eine für 20 Jahre staatlich garantierte Einspeisevergütung beanspruchen.

Der FDP geht das nicht schnell genug. Die beiden Spitzenpolitiker Rainer Brüderle und Philipp Rösler haben sich vor der Bundestagswahl im September erneut als Gegner der Photovoltaik in Stellung gebracht. Sie fordern unter anderem ein Moratorium, dass die Vergütung für neue Anlagen bis auf Weiteres sofort stoppen würde (Mehr dazu lesen Sie hier).

Im den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden der Statistik der Bundesnetzagentur zufolge Solaranlagen mit 1.794,5 MW neu in Betrieb genommen. 309,2 MW davon entfielen auf den Juni. Den bisherigen Höhepunkt der Neuinstallationen in 2013 markierte der April mit 366.79. Seither sind die Zahlen kontinuierlich rückläufig.


Die aktuellen Einspeisevergütungen für Solaranlagen in Deutschland

*Die im EEG festgeschriebene Degression (=monatliche Tarifkürzung) ab August bis Oktober liegt bei 1,8 Prozent, weil die Leistungskapazität der in 2012 neu installierten Solaranlagen 4.500 Megawatt (MW) nicht überschritten hat.
Anmerkung: Für alle Anlagen, die ab 1.4.2012 in Betrieb genommen wurden, gilt die Begrenzung der maximal vergütungsfähigen PV-Stromerzeugung gemäß dem neuen „Marktintegrationsmodell“ erst ab 1.1.2014. Ab diesem Zeitpunkt werden Anlagen bis 10 kWp weiterhin für 100% und Anlagen größer 10 bis einschließlich 1.000 kWp für maximal 90% der erzeugten Strommenge den normalen Einspeisetarif erhalten. Das Marktintegrationsmodell gilt nur für Dachanlagen und nicht für Freiflächenanlagen.
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