Solarmodule von Trina Solar kommen Weltweit zum Einsatz. Die neuen Strafzölle auf den Import in die USA sind im Gesamtvergleich eher moderat ausgefallen. Im Bild: ein Trina-Projekt in Frankreich / Foto: Siemens

  Erneuerbare Energie

Neue Zölle für Photovoltaikimporte von China in die USA

Der handfeste Handelsstreit zwischen China und USA als Photovoltaik-Nationen bekommt neues Futter: Die US-Behörden haben neue vorläufige Importzölle für die Einfuhr von Solartechnik aus China und Taiwan in die USA erlassen.  Endgültige Tarife sollen bis Mitte Dezember 2014 festgesetzt werden.

Klar ist schon jetzt, dass die neuen Importzölle den Unmut der asiatischen Hersteller neu befeuern werden. Denn die Zollpflicht wurde für Produkte aus Taiwan noch erweitert. Mit den neuen Beschlüssen sind sowohl Solarzellen aus auch Module aus China und Taiwan zollpflichtig. Außerdem sind die Zölle für einzelne Unternehmen empfindlich erhöht worden. Die Bandbreite der neu verhängten Strafgebühren bewegt sich zwischen 26,3 und 165 Prozent. Die außerordentlich hohen Importzölle sind der US-Handelskommission zufolge gegen nicht näher benannte Unternehmen verhängt worden, die bei den Untersuchungen zur Wirkung der Importzölle von 2012 der US-Behörden nicht kooperiert hätten. 

Ein chinesischer Konzern, auf deren Produkte künftig mit am wenigsten Importzoll fällig wird, ist Trina Solar (der aktuell zweitgrößte Solarhersteller der Welt).  JinkoSokar und Renesola Ltd. sind die beiden Unternehmen mit den höchsten Importzöllen unter den Unternehmen, die mit den Behörden kooperierten: auf ihre Produkte entfällt jeweils 59 Prozent Importzoll. Die Spannbreite der Zölle für Solarprodukte aus Taiwan wurde indes zwischen 44,2 und 27,6 Prozent festgelegt.

Die Zollpolitik der US-Behörden wird nicht nur von den betroffenen Unternehmen kritisiert. Jüngst hatte auch die Welthandelsorganisation WTO Zweifel an der Legitimität der Strafzölle angemeldet. Das in Genf ansässige Gremium moniert, dass es zu wenig Beweise für wettbewerbsverzerrende Subventionen an chinesische Solarunternehmen gebe (ECOreporter.de  berichtete).


US-Zölle haben Importe aus China einbrechen lassen

Obwohl die US-amerikanischen Befürworter der Anti-Dumpingzölle (darunter federführend die US-Sparte von SolarWorld) immer wieder moniert haben, dass die Zölle systematisch umgangen würden, haben sie in den vergangenen Jahren nach Angaben der US-Behörden Wirkung gezeigt: Der Wert der Importware aus China hat sich zwischen 2011 und 2013 knapp mehr als halbiert. Er fiel von 3,1 Milliardem auf 1,5 Milliarden Dollar. Dabei wurden 2011 beinahe drei Mal so viele Solartechnik-Komponenten von China in die USA importiert als 2013. 93,5 Millionen Komponenten in 3011 stehen 33 Millionen Komponenten in  2013  gegenüber.


„Sonnenkönig“ Frank Asbeck lobt Entscheidung der US-Regierung

„Das ist ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung von echtem Wettbewerb. Dumping ist ein illegales Mittel, um Marktanteile auf Kosten anderer zu gewinnen“, kommentierte SolarWorld-Vorstandschef Dr. Frank Asbeck die Beschlüsse der US-Behörden. Das „entschlossene Handeln der US-Regierung“ könne für die EU „durchaus beispielgebend“ sein, appelierte er in Richtung der EU-Kommission, die sich mit Handelssanktionen gegen Solartechnik aus China im Vergleich zu den USA noch deutlich zurückhaltender gibt. Die ARD zeigt heute um 22:35 Uhr ein Portrait des SolarWorld-Chefs Frank Asbeck. Es wird im Rahmen der Reihe „Die Story im Ersten“ unter dem Titel: „Der Sonnenkönig“ ausgestrahlt.
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