24.11.09 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Nordex meldet Ergbniseinbruch - wie sind die Zahlen einzuordnen?

Heute früh hat der Windturbinenbauer Nordex seine Geschäftszahlen für die ersten neun Monate veröffentlicht. Demnach ist der Umsatz um vier Prozent auf 814 Millionen Euro angewachsen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist dagegen aufgrund gestiegener Strukturkosten von 37,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 21,9 Millionen Euro eingebrochen. Nordex verwies darauf, dass man neue Unternehmensstrukturen in den USA und in einigen europäischen Schlüsselmärkten aufgebaut habe und in die Erweiterung und Modernisierung der Werke investiert worden sei, „um wichtige Wachstumsvoraussetzungen zu schaffen“.

„Wir erwarten, dass unser Markt im Laufe des Jahres 2010 wieder stärker anspringen wird, deshalb haben wir trotz der Finanzmarktkrise mit Augenmaß investiert. So werden wir in der Lage sein, unser internationales Geschäft unmittelbar mit dem Aufschwung wieder forciert auszubauen“, erklärte Thomas Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex AG. Für das kommende Jahr erwartet er eine ein- bis niedrig zweistellige Umsatzsteigerung und eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität.

Die Analysten von Oppenheim Research teilen diese Einschätzung. Sie erwarten für 2010 und 2011 deutliche Umsatzsteigerungen. Der Nettogewinn von Nordex wird nach ihrer Prognose im kommenden Jahr mehr als verdoppelt und 2011 mit über 72 Millionen Euro weit über den Werten der letzten Jahre liegen. Den fairen Wert der Aktie sehen die Analysten bei 13,5 Euro. Heute Morgen startete das Papier in Frankfurt mit 11 Euro. Oppenheim Research empfiehlt den Kauf der Aktie. ECOreporter.de hatte in der vergangenen Woche über die Analyse der Experten Opens external link in new windowberichtet, die auch eine Einordnung in den weltweiten Windmarkt vorgenommen haben.

Die Analysten sahen Nordex vor allem für den stark belebten US-Markt gut aufgestellt. Dort erwirtschaftete der Windturbinenbauer nach eigenen Angaben in den ersten neun Monaten deutlich höhere Umsätze als im Vorjahreszeitraum. Die amerikanische Tochtergesellschaft Nordex USA, Inc. erwirtschaftete mit 17 Prozent mittlerweile knapp ein Fünftel des Konzernumsatzes. Im Vorjahr hatte sie lediglich ein Prozent beigesteuert. Die Region Europa blieb zwar weiterhin bestimmend, doch erwirtschaftete der Konzern hier nur noch insgesamt 76 Prozent seiner Umsätze nach 89 Prozent im Vorjahr.

Trotz der Investitionen sind die flüssigen Mittel von Nordex um 26,6 Millionen auf 138,3 Millionen Euro gestiegen. Laut dem Unternehmen profitierte es in den letzten Monaten von gesunkenen Beschaffungspreisen, die Materialkostenquote sei von 79,6 auf 77,7 Prozent gesunken. Die EBIT-Marge wurde im 3. Quartal um eine Drittel auf 4,4 Prozent erhöht. Für das Gesamtjahr rechnet Nordex mit einer EBIT-Marge von rund drei Prozent. betragen. Aufgrund der weiter nur geringfügig steigenden Absätze der Branche geht der Windturbinenbauer weiterhin von einem Umsatzwachstum auf rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2009 aus.

Weil Windparkkunden „weiterhin ein zu geringes Finanzierungsvolumen für ihre Projekte von Kreditinstituten bereitgestellt“ worden sei, habe sich der Auftragseingang im Verlauf des Jahres 2009 weiterhin verhalten entwickelt, so Nordex. Der Auftragsbestand habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 3,0 auf 2,3 Milliarden Euroreduziert. Er setzte sich aus 704 Millionen Euro fester Aufträge und 1,6 Milliarden Euro bedingter Aufträge zusammen.

Nordex AG: ISIN DE000A0D6554 / WKN A0D655

Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x